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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 26. 1. 1899
Plessner, Elsa
Wien
Empfang: [26. 1. 1899 – 29. 1. 1899?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.1985.1.419
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 1.904 Zeichen (Briefpapier mit Blumenmotiv (Iris) auf S. 1)
Handschrift schwarze Tinte, lateinische Kurrentschrift

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Elsa Plessner an Arthur Schnitzler, 26. 1. 1899. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L03722.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L03722«.

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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Donnerstag, 26. 1. 1899

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Kulturveranstaltungen
Weiteres

Elsa Plessner an Arthur Schnitzler, 26. 1. 1899

|den 26. I. 99.

Verehrter Herr Doctor!

Ihre heutigen lieben Zeilen haben eine Scene verursacht, die ich ihrer Komik halber Ihnen schildern muss. Also stellen Sie sich vor – ich – im Bad, meine Schwester mit eiligem Schritt mir den (Ihren) Brief überbringend. Ich – mit eiligst getrockneten aber noch immer feuchten Fingern das unheilvolle Couvert ergreifend und – na – sagen wir aufmachend – (die Stücke desselben habe ich nachher nicht mehr finden können) meine Schwester mir über die Schulter blickend – – und |und? – – – Und?! –
Meine Schwester schreibt es der Wirkung – – d. h. dem Umstande zu, dass ich mich in der angeführten wässrigen Situation befand, dass ich nicht einen ordentlichen shoc davongetragen habe. – Sie hat mich hellauf ausgelacht (ich habe nämlich schändlich geheult) und mir zu bedenken gegeben, dass ich erspare, in die Donau zu gehen, da ich mich ja ohnedies im Wasser befände. – – – –
Nein! — Sie dürfen nicht glauben, dass ich schon so weit bin über meinen neuerlichen Missgriff lachen zu können! – Ich habe ja nicht |viel erwartet – aber so gar nichts? – Sie haben mir schon vor zwei Jahren klar gemacht, wie wenig an einem verfehlten Stück liegt! – Aber trotzdem! – Obzwar ich mit dem Stück nicht Literatur, sondern Geld machen wollte thut es mir doch so weh, wieder einmal etwas verhauen zu haben! – Es wundert mich aber, dass Sie gerade einen Satz herausgegriffen haben, der mir als Phrase nachträglich sehr missfallen hat. – – – Ja, ich habe immer Ideen und komme doch damit nicht weiter! – – – – Es ist wirk|lich schrecklich und fängt schon an, mich zu entmuthigen! – Wirklich!! Das soll keine Phrase sein! –
Wenn ich nur wüsste, was ich da machen soll. Ich arbeite so intensiv ich kann (nicht viel – wie Sie glauben!) – (Im ganzen Jahr nur den »neuen Lehrer« und das Stück!) Ich sehe aber, das mir nichts nützt: Das Beste was ich kann ist doch nicht genug!
Herzlichen Dank und herzlichen Gruß
Elsa Plessner
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar