lieber Doctor Zweig,
es besteht eine Möglichkeit für mich, meine nächsten Sachen, vor Erscheinen in Deutschland an eine russ. Verlagsanstalt zu verkaufen. Wie ich höre, haben
Sie Ihr letztes Novellenbuch auch nach Russland verkauft, und es wäre mir sehr erwünscht zu wissen
(wenn Sie über solche Dinge nicht principiell
schweigen) welche Summe Ihnen bezahlt worden ist resp. unter welchen Bedingungen Sie
abgeschlossen haben. Pauschalsummen, Perzente? Vorschuss u. Perzente? U. s. w. Sie erweisen mir einen rechten
Gefallen, wenn Sie mich |aufklärten. Es handelt sich um einen Roman, der eben fertig geworden ist. »Therese, Chronik eines Frauenlebens.«
Sie haben hoffentlich einen schönen Sommer gehabt. Was
mich anbelangt so war ich in den Dolomiten
und zum Schluss am Lido, resp in Venedig wo meine Tochter, verheiratet mit dem Capitano Arnoldo Cappellini, in der Nähe der Frari Kirche lebt. Zurück bin ich geflogen. Das
ist ein Erlebnis, das über alle Begriffe und sogar über alle
Feuilletons geht.
Ich hoffe wir sehen uns bald wieder.
Sehr herzlich
Ihr freundschaftlich ergebner
ArthSchnitzler
Sehr herzlich
Ihr freundschaftlich ergebner
ArthSchnitzler
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