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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 16. 11. 1892
Herzl, Theodor
Paris
Empfang: [17. 11. 1892 – 21. 11. 1892?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 39
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 3 Seiten, 1.668 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, lateinische Kurrentschrift
Zufügungen
Ordnung 1) mit Bleistift von unbekannter Hand nummeriert: »5«
2) mit blauem Buntstift von Leon Kellner Markierung von Stellen für die Publikation
Veröffentlichung 1
[Auszug]. In: Leon Kellner: Theodor Herzls Lehrjahre (1860–1895). Nach den handschriftlichen Quellen. Wien, Berlin: R. Löwit-Verlag 1920, S. 112.
Veröffentlichung 2
M. [=Hermann Menkes]: Theodor Herzl’s Abkehr vom Theater. Interessante Briefe an Artur Schnitzler. In: Neues Wiener Journal, Jg. 28, Nr. 9543, 1. 6. 1920, S. 4.
Veröffentlichung 3
Herzl-Briefe. Herausgegeben und eingeleitet Manfred Georg. Berlin: Brandusche Verlagsbuchhandlung [1935], S. 30–31.
Veröffentlichung 4
Theodor Herzl: Briefe und autobiographische Notizen 1866–1895. Bearbeitet von Johannes Wachten in Zusammenarbeit mit Chaya Harel, Daisy Tycho und Manfred Winkler. Berlin, Frankfurt am Main, Wien: Propyläen 1983, S. 503 (Briefe und Tagebücher. Herausgegeben von Alex Bein, Hermann Greive, Moshe Schaerf, Julius H. Schoeps, Johannes Wachten, 1).

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Theodor Herzl an Arthur Schnitzler, 16. 11. 1892. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L03824.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L03824«.

Wikipedia-Vorlage
{{Internetquelle |url=https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L03824.html |titel=Theodor Herzl an Arthur Schnitzler, 16. 11. 1892 |werk=Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren |hrsg=Martin Anton Müller mit Gerd-Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke |sprache=de |datum=1892-11-16 |abruf=2026-06-18 }}
Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Mittwoch, 16. 11. 1892

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Kulturveranstaltungen
Weiteres

Theodor Herzl an Arthur Schnitzler, 16. 11. 1892

Dr Th. Herzl 16. XI. 92

Verehrtester Freund,

was aus Ihrem Briefe spricht, ist das Wiener Découragement. Kenn ich. Es wird durch Ortsveränderung geheilt.
Ein anderes ist das meinige. Ich bin von mir abgekommen. Das ist der Grund, warum ich Ihrem so freundlichen Wunsch, Ihnen etwas von mir zu schicken, nicht entspreche. Ich kann diesen Wunsch eben nur für eine Freundlichkeit halten, und dass ich bei einer gewissen Einsicht, zu der ich herangealtert bin, doch nicht so frei von Eitelkeit bin, um das Gelesenwerden nur |der Reciprocität verdanken zu wollen, werden Sie begreiflich finden.
Ja, mein lieber Schnitzler, es gibt schon Leute, die um 10 oder zwölf oder gar 15 Jahre jünger sind als wir, und fertige Künstler sind. Ich weiss ganz wol, dass darin einige Melancholie liegt. Aber wir wollen uns nur freuen. Sie speciell sind wie die jungen Mädchen, die erst spät in die Gesellschaften gekommen sind. Man sieht Ihnen Ihre 30 Jahre nicht an – verstehen Sie es im guten Sinn.
Wenn Sie mich, wie Sie im Sommer schrieben, immer ein Stück Wegs vor sich sahen – der Vorsprung ist mit Müdigkeit bezahlt gewesen, u. heute wie gesagt sitze |ich schon auf einem Stein der Landstrasse u. lasse die Anderen an mir vorüberkommen.
Leben Sie wohl! Schicken Sie mir immer, was von Ihnen herauskommt; ich interessere mich aufrichtig dafür und habe nur hier keine Gelegenheit die neuen deutschen Erscheinungen ohne Beihilfe zu verfolgen, sonst würde ich nicht warten, bis Sie mir Ihre Werke schicken.
Sehr gern würde ich die Sachen von Hoffmannsthal kennen. Könnten Sie mir sie nicht verschaffen? Ich habe nach dem Gedicht von Anatol den Eindruck: er lässt sich blühen.
Herzliche Grüsse von
Ihrem ergebenen
Th. H.
    Bildrechte © University Library, Cambridge