Einstellungen

Ansicht
Faksimile
Bilder neben dem Text
Textkritik
Textkritische Zeichen
Langes-s (ſ)
Gemination m (m̅)
Gemination n (n̅)
Streichung
Hinzufügung
Markierung von Entitäten
Alle Markierungen
Personen
Werke
Orte
Institutionen
Ereignisse

Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 2. 1. 1893
Herzl, Theodor
Paris
Empfang: [3. 1. 1893 – 7. 1. 1893?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 39
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 3 Seiten, 1.536 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, lateinische Kurrentschrift
Zufügungen
Ordnung mit Bleistift von unbekannter Hand nummeriert: »7«
Zusatz mit blauem Buntstift Markierungen für den Druck von Leon Kellner
Veröffentlichung 1
[Auszug]. In: Leon Kellner: Theodor Herzls Lehrjahre (1860–1895). Nach den handschriftlichen Quellen. Wien, Berlin: R. Löwit-Verlag 1920, S. 113.
Veröffentlichung 2
M. [=Hermann Menkes]: Theodor Herzl’s Abkehr vom Theater. Interessante Briefe an Artur Schnitzler. In: Neues Wiener Journal, Jg. 28, Nr. 9543, 1. 6. 1920, S. 4.
Veröffentlichung 3
Herzl-Briefe. Herausgegeben und eingeleitet Manfred Georg. Berlin: Brandusche Verlagsbuchhandlung [1935], S. 31.
Veröffentlichung 4
Theodor Herzl: Briefe und autobiographische Notizen 1866–1895. Bearbeitet von Johannes Wachten in Zusammenarbeit mit Chaya Harel, Daisy Tycho und Manfred Winkler. Berlin, Frankfurt am Main, Wien: Propyläen 1983, S. 508–509 (Briefe und Tagebücher. Herausgegeben von Alex Bein, Hermann Greive, Moshe Schaerf, Julius H. Schoeps, Johannes Wachten, 1).

Textqualität

Diese Abschrift wurde noch nicht ausreichend mit dem Original abgeglichen. Sie sollte derzeit nicht – oder nur durch eigenen Abgleich mit dem Faksimile, falls vorliegend – als Zitatvorlage dienen.

Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Theodor Herzl an Arthur Schnitzler, 2. 1. 1893. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L03826.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L03826«.

Wikipedia-Vorlage
{{Internetquelle |url=https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L03826.html |titel=Theodor Herzl an Arthur Schnitzler, 2. 1. 1893 |werk=Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren |hrsg=Martin Anton Müller mit Gerd-Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke |sprache=de |datum=1893-01-02 |abruf=2026-06-18 }}
Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Montag, 2. 1. 1893

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Weiteres

Theodor Herzl an Arthur Schnitzler, 2. 1. 1893

Dr Th. Herzl 2. I. 93

Lieber Freund!

Wenn Sie nur keinen Neujahrsbrief geschrieben hätten – noch dazu wars ein sehr lieber – würde ich mit der Antwort gewartet haben, bis ich Zeit gehabt hätte.
So will ich Ihnen heute nur in Eile danken und Ihre freundlichen Grüsse herzlich erwiedern.
Meine Manuscripte! Ich habe sie vergessen. Von der Kunstübung ist mir nur etwas Liebe zur Kunst geblieben u. an manchen Tagen oder in verlorenen Stunden ein Heimweh nach der Dichtung. Nicht ungestraft ist |man Journalist. Ich bemühe mich, dieses Métier, das der reizende kleine Hoffmannsthal verachtet, so unpanamistisch als möglich zu betreiben, und schaue der Politik zu.
Manchmal komme ich mir vor, wie David Copperfield der Stenograph – erinnern Sie sich der wonnevollen Stelle? — u. manchmal halte ich mich für einen Staatsjuristen.
Wirklich ist es in dieser Zeit interessant, der Politik zuzuschauen.
Ich glaube, es wird hier heuer eine Revolution geben, u. wenn ich nicht rechtzeitig nach Brüssel entkomme, werden sie mich vielleicht füsiliren, als Bourgeois oder deutschen Spion oder Juden, oder Financier – während ich doch nur ein ausgedienter Seiltänzer bin.
Wenn ich Zeit hätte, glaub’ ich, |könnte ich ein merkwürdiges Buch schreiben über das was ich in Paris gesehen habe. Die politische Conclusion wäre: das Beste für das Volk ist ein »bon tyran«, was ja Renan gefunden hat.
Ich erzähle das nicht pour rompre les chiens – wenn ich die alte Kiste mit den alten Manuscripten irgendwo finde, will ich Ihnen ein altes Stück schicken.
Ich grüsse Sie herzlich
Ihr Freund
Herzl
    Bildrechte © University Library, Cambridge