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Lieber Freund!
gestern eben schrieb ich Ihnen, u heute früh übersandte mir Schick beifolgenden Zettel. Erste
Enttäuschung; – wollen wir hoffen, dass es in Hinsicht auf das Stück Ihre letzte sei. Ich brauche Ihnen ja
nichts weiter zu sagen – wir stehen ja beide mitten drin und wissen, |dass ein tiefer Zusammenhang zwischen Glück und Verdienst
nirgends weniger existirt als in den Praembulatorien einer Aufführung. Ich wünsche also
nur, dass diesmal ein glücklicher Zufall eintritt und Ihr Erfolg bei dem nächsten
Theater in geradem Verhältnis zu dem Werth des Dramas stünde. – Blumenthal hat vielleicht doch eine feinere |Witterung für das,
was von der Zeit und auf dem Theater verlangt wird, und es ist wirklich kaum zu
denken, dass ein echter Theatermensch nicht wenigstens das Bühnenwirksame an Ihrem
Stück herausfinden sollte. – Aber was erzähl’ ich Ihnen da!
Leben Sie wohl, mein lieber Freund und seien Sie vielmals herzlich |gegrüßt.
Ihr treu ergebner
ArthSch
ArthSch
30. 1. 95.
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