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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 24. 12. 1900
Schnitzler, Arthur
Wien
Empfang: Herzl, Theodor
Wien
Textzeuge 1
Signatur ISR, Jerusalem, Central Zionist Archives, H1:1926-5
Typ
Beschreibung  Blätter,  Seiten
Handschrift , deutsche Kurrentschrift
Veröffentlichung 1
Arthur Schnitzler: Briefe 1875–1912. Herausgegeben von Therese Nickl, Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1981, S. 399–400.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Arthur Schnitzler an Theodor Herzl, 24. 12. 1900. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L03939.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L03939«.

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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Montag, 24. 12. 1900

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Briefe mit Autorinnen und Autoren
Wiener Schnitzler
Weiteres

Arthur Schnitzler an Theodor Herzl, 24. 12. 1900

|lieber Doctor Herzl, misverstehen wir einander doch nicht. Von einer unfreundlichen Absicht hab ich kein Wort gesprochen, noch hab ich eine im entferntesten vermuthet; ich sprach nur von einem Mangel an Rücksicht, und Sie werden mir bei näherer Überlegung zugestehen müssen, dass ich dazu alle Berechtigung hatte. Oder wie möchten Sie es bezeichnen, wenn man einen Autor 6 oder 7 Wochen |vor Weihnachten um einen Beitrag für die Weihnachtsnummer ersucht, der Autor ihn einsendet, auf die Länge aufmerksam macht, sich zu Kürzungen bereit erklärt, die Antwort erhält, der Antrag sei angenommen, die Raumschwierigkeiten zu beheben sei Sache des Blattes; wenn der Autor endlich die Correctur erhält, bei Rücksendung der Correctur neuerdings unaufgefordert seine Bereitschaft zu Kürzungen erklärt und endlich ein paar Tage vor Weihnachten die Mittheilung |erhält – der Beitrag könne in der Nummer für die er bestimmt war – wegen Raumschwierigkeiten nicht erscheinen!– Bedenken Sie noch weiters, dass der Autor einer andern Zeitung diese Novelle für den Fall dass die N. Fr. Pr. sie wegen ihrer Länge nicht in der Weihnachtsnummer bringen könnte, zugesagt hätte? – Ich glaube wahrhaftig Sie haben keine Ursache sich zu wundern, dass ich Ihre Mittheilung mit einigem Ummuth aufgenommen habe. Dass es |ausschließlich Erwägungen künstlerischer Natur sind, die mir eine Theilung der Novelle unthunlich erscheinen lassen, brauche ich Ihnen, der sie kennt, nicht wiederholt zu versichern. Dass die Neue Freie Presse nun bei einer anderen Gelegenheit der Novelle zu Lieb eine Beilage erscheinen läßt, verlange ich nicht und wünsche ich nicht und nehme ich auf keinem Falle an. Bemühen Sie sich nicht weiter in meiner Angelegenheit und lassen Sie mich |Ihnen nochmals sagen, dass ich von Ihrer guten Gesinnung mit Vergnügen überzeugt bin. Die Novelle war ausschließlich für die Weihnachtsnummer bestimmt u ich brauche sie nicht erst formell zurückzuziehen, da sie in jener Nummer nicht zum Abdruck kommt. Die Sache ist erledigt und um jedes weitre Misverständis unmöglich zu machen, erkläre ich hiermit, dass ich eine Novelle, die sich zum Erscheinen in Fortsetzungen eignet, der N. Fr. Pr.|für ihr Romanfeuilleton mit besonderm Vergnügen überreicht hätte. –
Getunlichst grüßend
Ihr
Arthur Schnitzler.
Wien 24. 12. 900.
    Bildrechte © Central Zionist Archives, Jerusalem