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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 8. 10. 1925
Schnitzler, Arthur
Wien
Empfang: [9. 10. 1925 – 13. 10. 1925?]
Zuckerkandl, Berta
Paris
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, HS.1985.1.2282
Typ Brief
Beschreibung Durchschlag, 1 Blatt, 2 Seiten, 2.468 Zeichen
Herstellung Schreibmaschine
Handschrift roter Buntstift, lateinische Kurrentschrift (beschriftet: » Zuckerkandl « und » Frankreich. «, zwanzig Unterstreichungen)

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Arthur Schnitzler an Berta Zuckerkandl, 8. 10. 1925. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L03960.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L03960«.

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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Donnerstag, 8. 10. 1925

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Arthur Schnitzler an Berta Zuckerkandl, 8. 10. 1925

|8. 10. 1925.

Liebe und verehrte Frau Hofrätin.

Ehe ich für 8–14 Tage nach Berlin abreise, möchte ich ein paar Worte über meine französischen Angelegenheiten schreiben und mich zugleich bei Ihnen nach dem Stand der Dinge erkundigen. Hat sich in der Sache Gemier etwas gerührt? Ist das »Weite Land« engültig erledigt? Hat Lenormand zu der französischen Uebersetzung der »Liebelei«, die ich ihm übersandt habe, sich irgendwie geäussert? Bestehen Chancen hinsichtlich der »Liebelei«?
Indess habe ich von Herrn Rémon, der Ihnen ja schon bekannt ist, eine Anfrage sowohl hinsichtlich der »Literatur«, die schon längst übersetzt ist und hinsichtlich des »Kakadu« erhalten (der seinerzeit bei Antoine aufgeführt wurde). Ich habe daran gedacht, ob man nicht eventuell »Kakadu« zusammen mit »Liebelei« oder »Literatur« mit »Liebelei« zur Aufführung bringen könnte. Sollte es Ihre Zeit erlauben, möchten Sie sich vielleicht mit Herrn Rémon, Paris XVII, 10, rue Daubigny, in Verbindung setzen?
Auch wegen »Fräulein Else« habe ich einige Anfragen bekommen, ohne dass nach irgend einer Seite sehr bestimmte Aussichten bestünden. Auch die Herausgabe von »Casanovas Heimfahrt«, für die M. Nathan sogar schon Vorschuss gezahlt hat, zieht sich aus nicht ganz durchsichtigen Gründen länger hin, als ich vermuten konnte.
Die neue Uebersetzung von »Sterben« soll in Frankreich Erfolg gehabt |haben; ich selbst habe nichts darüber zu lesen bekommen.
Ich habe einen ganz schönen und ziemlich reichhaltigen Sommer verlebt, war in den Dolomiten, im Engadin, in Forte dei Marmi (am tyrännischen Meer), in Florenz und Venedig, Olga mit Lili sind noch dort. Alma habe ich vortrefflich aussehend und eigentlich in guter Stimmung gefunden.
Zwischen 20. und 25. Oktober hoffe ich wieder in Wien zu sein. Nach Berlin fahre ich hauptsächlich wegen Heini (der nächstens den Theodor in der »Liebelei« spielt); auch soll die »Komödie der Verführung« bei Barnowsky aufgeführt werden, aber wie die Situation sich bisher gestaltet, insbesondere hinsichtlich Besetzung etc., werde ich zum mindesten einen Aufschub verlangen.
Wann kommen Sie wieder nach Wien zuck, liebste Frau Hofrätin? Ich hoffe, Sie befinden sich wohl und werde sehr froh sein, wenn ich bald etwas von Ihnen höre. In Berlin werde ich voraussichtlich im Hotel Esplanade wohnen. Darf ich bitten mich Ihrer verehrten Frau Schwester, sowie auch Lenormand, Paul Geraldy und Frau und wer sich sonst meine freundlich in Paris erinnert, bestens zu empfehlen.
Mit den herzlicnsten Grüssen
Ihr
 
Frau Hofrätin Berta Zuckerkandl,
Paris.
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar