|lieber Gu
stav, Sie waren
sehr freundlich,
so ra
sch die etwas
unbe
scheidene Bitte zu
über- erfüllen, die wir an Sie
gerichtet haben, nehmen Sie meinen herzlich
sten Dank. Wahr
scheinlich werden die
Mädchen vorläufig die
Wohnung nehmen. Über ver
schiedene häu
sliche
Widerwärtigkeiten erfahren Sie näch
stens wahrscheinlich mehreres, um
somehr da es
unausweichlich
sein dürfte,
juridi
schen Rath
einzuholen und ich dabei lebhaft an
Ihren
Bruder denke. Seien
Sie nicht bös, we
nn ich bei dieser Gelegenheit
schon
heute die dringende Bitte an Sie und ihn richte, in
solchen Fällen nach jeder
|Richtung davon abzu
sehen, da
ss Sie
und ich . . . wie
soll man das nur Ihnen gegenüber ausdrücken
– – ziemlich gute Beka
nnte sind –
Wir befinden uns inde
ss alle hier recht wohl. Der
Ort ist hüb
sch, Wald hinterm
Hotel, das E
ssen gut und reichlich; von Hitze keine Spur,
die Abende und Frühe eher kühl; Publicum irrelevant; die Zimmer reizend, alles
billig. Trotzdem i
st nicht un
sres Bleibens, in etwa 10 Tagen geht es
südlicher und
höher, einem drängenden Wun
sche
Goldmanns zu
Folge.
G. dürfte die
ser Tage am
Wörthersee ein
|treffen; we
nn Sie auch hinko
mmen,
sollten Sie
sich ihm an
schließen und mit ihm zu uns stoßen.
Südtirol i
st wahrhaft nicht mehr weit vom
Wörthersee; überdies werden Sie ja wohl (wie auch
G. auf der
Südbahn) ein Freibillet bekommen können, und man lebt hier überall billig.
Wohin wir gehn,
steht noch nicht fe
st; ich
suche auf Radausflügen nach dem idealen
Ort.
Heut
fahre ich nach
Bozen u be
suche
morgen am
Karersee Bruder u
Schwägerin, da
nehm ich gleich das
Tierser Thal mit.
|Ich habe auch einigermaßen gearbeitet
und hoffe ein zahllo
se Abende füllendes
Stück mitzubringen. Und nun nochmals vielen Dank! Schreiben
Sie bald wieder ein Wort!
[handschriftlich Olga Schnitzler:] Ja, das thun
sie auch wirklich von Herzen und bitten Sie, Arthurs Rat zu
befolgen und zu uns zu kommen.