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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 3. 7. 1901
Schnitzler, Arthur; Gussmann, Olga; Gussmann, Elisabeth
St. Anton am Arlberg
Empfang: [4. 7. 1901 – 8. 7. 1901?]
Schwarzkopf, Gustav
Wien
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 96
Typ Brief
Beschreibung 2 Blätter, 6 Seiten, 2.942 Zeichen
Handschrift Arthur Schnitzler Bleistift, deutsche Kurrentschrift
Handschrift Olga Gussmann Bleistift, deutsche Kurrentschrift
Handschrift Elisabeth Gussmann Bleistift, deutsche Kurrentschrift

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Arthur Schnitzler und Olga und Elisabeth Gussmann an Gustav Schwarzkopf, 3. 7. 1901. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L04076.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L04076«.

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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Mittwoch, 3. 7. 1901

Aufenthaltsorte
Briefe mit Autorinnen und Autoren
Briefe mit Autorinnen und Autoren
Schnitzler/Bahr
Wiener Schnitzler
Weiteres

Arthur Schnitzler und Olga und Elisabeth Gussmann an Gustav Schwarzkopf, 3. 7. 1901

|St. Anton Arlberg, 3/7 901.
Mein lieber Gustav, hier sind wir gelandet (auf wie lang?) In Salzburg waren wir 14 Tage, lebten behaglich, ich arbeitete nicht wenig; dann gingen wir auf die Wanderschaft: Innsbruck (Stubaithal, Igls) 2 Tage, dann Landeck, woselbst vor 3 Tagen Liesl zu uns stiess. Dann bin ich den Arlberg abgeradelt (hinauf immer per Bahn), bis Bludenz, und nun haben wir uns zu diesem Ort entschlossen, dessen Vorzüge sich zweifellos noch mehr erschließen werden, wenn das Wetter constant sein wird und ich nicht jede Nacht irgend eine Art von Ge|birgsasthma haben werde. Es ist vorläufg noch ziemlich leer – wir wohnen in einem netten Privathaus – ich zahle für mein hübsches angenehmes Zimmer 60 Kreuzer (zwei Fenster), außer uns dreien wohnt noch niemand in dem Haus, vor 15. Juli kommt wohl niemand. Um diese Zeit steigen wir wohl wieder zu Thal. Es sei denn dss Sie sich doch entschlössen hieher zu kommen. Dann bleiben wir, solang es Ihnen beliebt. Schreiben Sie ein Wort – und ein Zimmer zu 60 Kronen ist für Sie bereit. Denken Sie, dass ich ein gemeiner Egoist bin und Sie nie zu etwas auffordern würde, was mir |nicht sehr angenehm wäre. So darf ich mir alles weitere ersparen. –
Ich schreibe am 2. Akt meines neuen Stückes. In diesem 2. Akt kommt überhaupt kein weibliches Wesen vor, was mich sehr stolz macht. – Hofmannsthal und Frau sahen wir in Innsbruck – wir fuhren eben im Wagen – sie wandelten zu Fuss. Von Richard bekam ich gestern einen Brief; er scheint nicht sehr guter Laune, war ein paar Tage in Venedig. – Wenn es Ihnen nicht unbequem ist, bitte kaufen Sie gelegentlich 2 Nummern des Kikeriki vom 27. Juni u bewahren sie mir auf. Ich nehme an, Sie haben einiges über die Gustelei gelesen. Im Ausland war man allgemein fast liebens|würdg gegen mich. In Wien fehlte es natürlich nicht an gemeinen Lügen, und Karl Kraus hat die Neuigkeit erfunden, dass ich ein Gesuch eingereicht habe, um Landwehrarzt bleiben zu dürfen.
Die Reichswehr erzählte, wie gern ich mit Stürmer und Säbel herum stolzirt. sei. – Dass ich die 2. Beschuldigung, ich habe gegen die Reichswehr keine Schritte unternommen, erst aus dem Urtheil erfuhr, können Sie sich denken. Ich schrieb es der N. Fr. Pr. aber die war wohl froh, dassie die Sache hinter sich hatte. Leider hab ich eine Dummheit begangen. Zu meiner ersten Überraschung über |den Leitartikel der N. F. Pr. – aus dem ich überhaupt erst erfuhr, dss die Sache publik war – und da ich sicher gedacht hatte, gerade die N. Fr. Pr. würde die Sache ganz todt schweigen – u nach einer sehr flüchtigen Lecture hab ich mich bei der N. Fr. Pr., allerdings sehr kühl, bedankt. Trotzdem ärgert mich das heute. Denn ich finde heute, dass der Leitartikel über diese Sache ebenso dumm als feig war. Nun genug davon. –
Lassen Sie bald hören. Im übrigen verweise ich nochmals auf Seite 3, Zeile 1 u. 2. 
Von Herzen
Ihr Arth Sch
|[handschriftlich Olga Schnitzler:] Lieber Herr Schwarzkopf, wir grüßen Sie beide herzlich.
OlgaG.
[handschriftlich Elisabeth Steinrück:] Ich hoffe, Sie kommen gleich. Mehr kann ich heut’ nicht sagen, denn ich habe Halsweh!
Ihre
Liesl.
    Bildrechte © University Library, Cambridge