|Prag-Weinberge den
17. 1. 1908.
Sehr geehrter Herr Doktor!
Ich hätte Ihnen gerne dies und jenesmal geschrieben – wenn ich eines
Ihrer Bücher las, die mit ihren
warmen Worten die
stummen
Seiten un
serer Seele zum klingen bringen und Gedanken auf
stöbern. Die irgendwie in einer verlore
|nen Ecke stu
mm und
scheu in uns
leben. Aber Briefe von Bewunderern
und Verehrerinnen haben Sie recht
oft und oft beko
mmen – und da
ko
mmt es auf einen mehr oder
weniger nicht an. Aber heute anläßlich der
Grillparzerpreises
möchte ich Ihnen doch
sagen, daß
all Ihre Worte – all Ihre Gedanken
ein wunder
sames Schein in meiner
Brust gefunden. Ich erlaube mir Ihnen
einen kleinen
Aufsatz zu
senden, den
ich zwi
schen heute und morgen im
Prager Tagblatt veröffentlichte.