Anbei erlaube ich mir, Ihnen die
vorgestern im
N. W. T. erschienene
Besprechung von
Fr. B.
Garlan zuübersenden. Ich muss jedoch bemerken, dass ich ausser und vor dieser
noch eine zweite viel
ausführlichere geschrieben habe; mit der hatte ich aber arges Pech, zuerst
nahm man sie nicht, weil sie zu freun
↓d↓lich war, dann sandte
ich sie der »
Nation« die das
Buch aber leider schon vergeben hatte; so
sandte ich die
Besprechung an
die »
Norddeutsche Allgem.«, wo mir die Annahme
ziemlich sicher schien; leider musste ich damit auf meinen Wunsch verzichten, den
Abdruck an auffallender Stelle
gebracht zu wissen, denn dieses
Blatt pflegt Recensionen nicht im Feuilleton zubringen, sondern bloss in den
Bücheranzeigen, das hat auch den Nachteil dass man nie erfährt, wann die
Arbeit erschienen
ist, denn das
Blatt schickt nur dann spontan
Belege, wenn es sich um grössser
↓e↓ honorirte Artikel
handelt. Da ich nun vor 8 Tagen erfuhr, dass das
N. W. T. demnächst
eine
Erzählung von Br.
Ompteda bringen werde,
dessen jüngstes
Buch mir der
Verleger kürzlich
gesandt hatte, so benutzte ich die gute Gelegenheit, die
Besprechung Herrn
Pötzl zuschicken, der sie umgehend brachte. Ich habe bei
diesem Anlass auch gleich einige andere Bücher, die ich von Autoren und Verlegern
bekommen, mit
aufnehm↓genomm↓en, darunter auch Ihres, wie wohl ich dessen Ablehnung fürchtete, da mir dessen
Besprechung durch
Bahr wahrscheinlich schien.
Diese Befürchtung wuchs, als ich am
Tage nach der Einsendung den
Artikel Freds fand; wider Erwarten machte
H.
Pötzl eine Ausnahme und liess aus
besonderer Rücksicht zwei
Besprechungen desselben
Buches zu; nur kürzte er die
meinige sehr begreiflicher Weise. Ich habe
Ihnen die Genesis dieser
Recension so weitläufig erzählt, auf die Gefahr hin, als langweiliger
Schwätzer zu erscheinen; aber ich will nicht, das Sie etwa glauben, ich hätte Ihr
Buch nur so obenhin abgethan, eine Befürchtung,
die um so näher liegt, als Sie, der Sie mich ja nicht näher kennen, leicht glauben
könnten, ich
×××××××××××××××××××××× ××××××××××××↓wäre in meinen Urteile↓ durch
Lt. Gustl beeinflusst. Was die
ausführlichere
Besprechung
anbelangt, so werden Sie sie vermutlich durch den
Observer früher
wo zu Gesichte bekommen als
ich; ich bitte daher freundlichst zu entschuldigen, wenn ich sie Ihnen vielleicht
sehr lange nicht werde zusenden können.
Lt.
Gustl habe ich ebenfalls besprochen und zwar in einem eigenen
Artikel, wobei ich bemüht war, den grossen
künstlerischen Vorzügen der
Erzählung streng gerecht zu we
↓r↓den: mit meiner
persön
|lichen Empfindung bei der Lectüre habe ich aber keineswegs
hinter dem Berge gehalten. Ob der
Artikel aber auch
erscheinen
wird, weiss ich nicht;
für
Wien hat er wenig Chancen, denn der
überwiegende Teil der Presse steht natürlich principiell auf
ihr↓Ihr↓er Seite und würde meiner Auffassung sicher nicht Raum gewähren, der andere
Teil aber würde
↓–↓ ebenso principiell
↓–↓ Ihr
Gegner ↓–↓
meine
Arbeit zweifellos zu
freundlich finden und
darum ablehnen.