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Sehr geehrter Herr Doktor!
Anbei erlaube ich mir, Ihnen eine
Besprechung des vielgenannten »
Lt.
Gustel« zu übersenden, den Sie so freundlich waren, mir zuzusenden.
Sie werden damit zwar nicht zufrieden sein und mich – dessen bin ich gewiss – für
einen beschränkten »Reactionär« halten, aber ich glaube anderseits, dass Sie von
jemand, der militär-
freundlich gesinnt ist, kaum
|je eine so rückhaltlose Anerkennung der künstlerischen Vorzüge des
Buches erfahren dürften wie
von mir. –
Dass ich gegen das, was der Publication dieses
Werkes folgte, scharf Stellung nehme, ist eine andere
Sache.
Da ich weder im liberalen Zeitungslager, noch im gegnerischen eine Aufnahme meines
Artikels erwarten dürfte,
habe ich ihn einem mir sonst ganz fremden
Organ gesandt, das nicht zur Clique gehört.
Ich habe acht Tage an diesem
Artikel gearbeitet, und i
mmer
|wieder
zugesetzt & gestrichen, so sehr hat mich der Fall
interessirt; und da ist es nicht unbegreiflich, dass ich ihn nicht für meine Lade
sondern für wenigstens
einige Leser geschrieben haben
wollte.
Darum, und nicht etwa aus materiellen
Gründen, habe ich ihn publicirt, denn ich habe, im Voraus auf jedes Honorar
verzichtet.
Darauf gefasst, mir es mit Ihnen, Herr Doktor, für immer
verdorben zu haben, schliesse ich mit der Versicherung, dass das Urteil mir für meine
Beziehungen zu Ihnen ganz un|massgeblich ist und dass ich in
derselben Wertschätzung wie bisher
Hochachtungsvoll zeichne Th vSosnosky