Lieber Arthur! We
nn Sie vielleicht noch
etwas Neid brauchen, um es deutlicher zu empfinden, daß es in
Paris augenblicklich angenehmer
sein muß als in
Wien,
so bin ich gerne bereit Sie zu beneiden. Gar
zu
schwer wird mir das nicht werden und an Zeit fehlt es mir auch nicht. Von mir ka
nn ich Ihnen gar nichts mitteilen.
Zacconi i
st wirklich das einzig Bemerkenswerte, was ich
seit Ihrer Abrei
se erlebt habe.
Hier i
st alles unverändert, nur
rich ein wenig öder und abge
spielter, wie i
mmer am Schluß der Sai
son. Man führt noch i
mmer die
selben Ge
spräche, man rechnet nich i
mmer den andern Leuten die
Tantièmen nach, man
spielt noch i
mmer bei
PucherPoker und D
rEbermann|erkundigt
sich noch i
mmer, ob man nicht bald nach Hau
se gehen wird.
Weiss i
st Radfahrer geworden und beteiligt
sich
selb
stver
ständlich
sehr lebhaft an
den intere
ssanten Debatten über Räder, Ge
schwindigkeit, Auf
steigen, Ab
springen u.
s.w.
Und ich ka
nn nicht mitreden! Meine I
solirtheit gelangt
mir i
mmer mehr zum Bewußt
sein.
Nun werden Sie hoffentlich nicht mehr bezweifeln, daß ich edel bin. Sie
schreiben mir
9 Zeilen und meine Antwort wird die
schwindelnde Höhe von 27 Zeilen erreichen. Es
bleibt mir auch nur noch eine Zeile für einen Gruß an D
rGoldmann und für die Ver
sicherung, daß es mich
sehr freuen wird Sie wieder in die
Frankgasse begleiten zu kö
nnen.