|12. 7. 00
Lieber Arthur, Karte, Novelle und Brief erhalten, Ihrem Wunsch
gemäß verspare ich die Äußerungen über die Novelle auf mündliche Unterhaltung, obwol ich fast nur
Gutes zu sagen hätte, was auch schriftlich leichter zu erledigen ist. Aber man kann ja wirklich in 5 Minuten mehr darüber sprechen, als in
vier Bogen schreiben. Nach Reichenau wäre ich schon gekommen, wenn Sie
nicht gerade jetzt dort wären. Jetzt muß ich in Wien bleiben, weil Max vorgestern abgereist ist; habe auch – unter dieser
Motivierung – eine sehr liebenswürdige Einladung zu Ganghofer |abgelehnt, die ich vor einer Woche
erhalten. Auf einen Tag könnte ich wol leicht fort, aber
dann ist dann doch die
Fahrt zu thuen und da Sie in einer Woche doch noch nach Wien kommen. – Hier ist’s im
Durchhaus noch recht belebt, das Wetter trägt dazu bei, daß man
glauben kann im Herbst zu sein. Ebermann, Kapper, der kleine Kraus, auch Ludassy, der Reklamefeind, zeigt sich. (Der Arme. Die Notizen über »d. letzte Knopf« verfolgen ihn unbarmherzig auch noch im
Juli!– –
Herzlichst
Ihr
Gustav.
Ihr
Gustav.
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