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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 2. 8. 1893
Schnitzler, Arthur
Wien
Empfang: [2. 8. 1893 – 6. 8. 1893?]
Hofmannsthal, Hugo von
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Frankfurt am Main, Freies Deutsches Hochstift, Hs-30885,37
Typ Brief
Beschreibung 2 Blätter, 6 Seiten, 2.032 Zeichen (Briefpapier mit Trauerrand)
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Ordnung 1) mit rotem Buntstift das erste Blatt nummeriert: »IX«
2) mit Bleistift datiert von Schnitzler das zweite Blatt mutmaßlich bei der Durchsicht der Briefe 1929 »2. 8. 92«
Veröffentlichung 1
Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler: Briefwechsel. Herausgegeben von Therese Nickl, Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1964, S. 42–43.

Textqualität

Diese Abschrift wurde noch nicht ausreichend mit dem Original abgeglichen. Sie sollte derzeit nicht – oder nur durch eigenen Abgleich mit dem Faksimile, falls vorliegend – als Zitatvorlage dienen.

Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Arthur Schnitzler an Hugo von Hofmannsthal, 2. 8. 1893. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L00248.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L00248«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Mittwoch, 2. 8. 1893

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Briefe mit Autorinnen und Autoren
Schnitzler/Bahr
Wiener Schnitzler
Weiteres

Arthur Schnitzler an Hugo von Hofmannsthal, 2. 8. 1893

|Wien, 2. 8. 93

Mein lieber Hugo,

ich las Ihren Brief an Salten. Dass Sie nicht in München, wußt’ ich, da ich Bahr sprach. Sie wollen im September hin? Nicht unmöglich, dass ich mich anschließe; denn ich habe zur Waffenübung keine Einberufung bekommen, u dürfte auch voraussichtlich keine mehr erhalten.
Vorläufig bleibe ich in Wien; Mitte August fahre ich vielleicht mit Mama weg, |mache auch event. eine Bicycletour mit Salten. Sie müssen Bic. fahren lernen; ebenso wie Richard; es ist wirklich ein großes Vergnügen. –
Wien bietet mir jetzt einiges zu thun; eine kleine Cousine von mir isschwer krank; die besuch’ ich 1, 2, 3 mal im Tag; dann ab u zu irgend was andres ärztliches, so dass die Zeit zersplittert ist. Abends zuweilen auf dem Kahlenberg, wo Mama u Schwester wohnen oder mit dem Bic. da oder dorthin.
|– Die »lustige« Novelle hab ich bis auf wenige Zeilen beendet, die ich ersschreiben kann, wenn ich Lust bekomme, das ganze Zeug wieder durchzulesen. Was ich zunächsschreiben werde, ist unklar – am liebsten eins meiner im Umriss fertigen 3aktigen Stücke; aber ich stehe der dramatischen Kunst unglaublich muthlos gegenüber; ja ich hatte in der letzten Zeit oft die Empfindung, dass ich überhaupt nie |ein gutes Stück werde schreiben können. Gestalten u Scenen, einzelne, wären da; aber mir ist, als hätt’ ich jedes strategische Talent verloren. Vielleicht hatt’ ichs auch nie – und hab nur aus meinen kleinen Schmerzen die großen Dreiakter machen können; und seit meinen großen Schmerzen werden mir nur die kleinen Novellettchen gelingen. Wie leicht, wie mühelos hab ich vor – zehn, zwölf Jahren geschrieben, – |es kam zwar nie was gutes heraus; aber ich war damals vielleicht ein echterer »Poet« als heut. Denn heut nagen an meiner Poesie viele Würmer, z. B. das Leben. –
– Wollen Sie mir nicht Ihre Pläne für den Rest des Sommers mittheilen. Es ist nicht unmöglich, dass wir uns begegnen können. Jedenfalls schreiben Sie mir einige Zeilen – oder Seiten, was mir lieber wäre. Beleuchten |Sie mit einem »Flähmchen« die ganze Umgebung!
Herzlich der Ihre
Arthur
    Bildrechte © Freies Deutsches Hochstift, Frankfurt am Main