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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 10. 3. 1899
Brandes, Georg
Empfang: [10. 3. 1899 – 14. 3. 1899?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 17
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 2.293 Zeichen
Handschrift Bleistift, lateinische Kurrentschrift
Zufügungen
Ordnung mit Bleistift von unbekannter Hand nummeriert: »14«
Veröffentlichung 1
Georg Brandes, Arthur Schnitzler: Ein Briefwechsel. Herausgegeben von Kurt Bergel. Bern: Francke 1956, S. 73–74.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Georg Brandes an Arthur Schnitzler, 10. 3. 1899. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L00905.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L00905«.

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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Freitag, 10. 3. 1899

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Kulturveranstaltungen
Gedruckte Briefwechsel

Arthur Schnitzler an Ludwig Fulda, 10. 3. 1899

Quelle: Arthur Schnitzler: Briefe 1875–1912. Hrsg. v. Therese Nickl u. Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1981.

Weiteres

Georg Brandes an Arthur Schnitzler, 10. 3. 1899

|Kopenhagen 10 März 99

Liebster Dr. Schnitzler

Ich bin leider noch im Bett; bald sind jetzt 3 Monate so vergangen. Ich schreibe Ihnen nur heute weil ich Jemand gestern eine Karte für Sie gab und nicht will, dass Sie sich dadurch im Geringsten verpflichtet glauben sollen. Es war mir nicht möglich Nein zu sagen. Es ist der dänische Schriftsteller Karl Larsen, ein talentvoller Mensch, gewissenhafter Psycholog, sehr feinhörig in allem Sprachlichen, ein wahrer Phonograph, aber langweilig, weil er immer nur von sich spricht, immer nur an seinen litterarischen Vortheil denkt und Kritiken und öffentliches Lob haben will. Sie kennen den Typus.
Aber er kann Ihnen jedenfalls einen |Gruss aus Kopenhagen bringen.
So entzückt ich war über Ihr letztes grösseres Schaupiel – ich entsinne mich des Titels nicht – wo der junge Mann im ersten Akt stirbt – so fremd ist mir der kl. Einakter den Sie mir kürzlich schickten. Ich weiss ja nicht ob irgend eine historische Notiz zu Grunde liegt, sonst aber kommt die Idee mir sonderbar vor, dass vornehme Leute – seien sie auch noch so abgespannt – eine Kneipe besuchen sollten um sich von Schauspielern revolutionäre Scenen vorspielen zu lassen. Es ist so verdammt künstlich, so »ausklamüstirt«, wie die Norddeutschen sagen.
Sonst wissen Sie, dass ich in Sie verliebt bin und alles was Sie machen |gut finde und jede Gelegenheit ergreife Sie mündlich und schriftlich zu preisen.
Ist es nicht sonderbar? Mein so ruhiges und würdiges Manifest an die Deutschen haben sowohl die Neue freie Presse wie die Frankfurter Zeitung abgewiesen. Nun versuche ich mein Glück bei Barth’s Die Nation. Ich lasse es in allen Sprachen sonst erscheinen. Es ist ein Bogen gross über die schleswigsche Sache.
Ich habe sonst wenig arbeiten können. Nur Annie Vivanti aus dem Italiänischen in dänische Verse gebracht.
Sie liebenswürdiger fragten mich einmal in einem Brief: Wie sind Ihre Verse, sind sie gut? Nansen findet sie akademisch, ein Urtheil, das ich ein bischen komisch finde, denn sie |sind sehr persönlich, aber als Verse sind sie gut. Das Einzige auf der Welt was ich kann ist dänisch schreiben.
Ich drücke Ihre Hände. Kürzlich erfuhr ich, dass Goldmann wieder in Europa ist. Das freut mich.
Ihr ganz ergebener
Georg Brandes
Man fängt in nächster Woche hier an, meine Gesammelte Schriften (!) herauszugeben und glaubt an einen Erfolg.
    Bildrechte © University Library, Cambridge