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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 6. 8. 1908
Schnitzler, Arthur
Seis am Schlern
Empfang: [7. 8. 1908 – 11. 8. 1908?]
Hofmannsthal, Hugo von
Sils im Engadin
Textzeuge 1
Signatur D, Frankfurt am Main, Freies Deutsches Hochstift, Hs-30885,132
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 1.884 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, lateinische Kurrentschrift
Veröffentlichung 1
Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler: Briefwechsel. Herausgegeben von Therese Nickl, Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1964, S. 239.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Arthur Schnitzler an Hugo von Hofmannsthal, 6. 8. 1908. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L01786.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L01786«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Donnerstag, 6. 8. 1908

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Weiteres

Arthur Schnitzler an Hugo von Hofmannsthal, 6. 8. 1908

|Dr. Arthur Schnitzler

lieber Hugo,

Sie sehen, wir sind noch immer da, und wahrscheinlich bleiben wir bis ungefähr 20. wenn nicht länger. Seit 10 Tagen ist Wassermann hier, Agnes Speyer, Doctor Kaufmann, und gestern sind wir von einer sehr schönen Partie zurückgekommen: – SeisWeisslahnbadJungbrunnthalSchlernSeis; – besonders der (etwa 5stündg Spaziergang von hier nach Weisslahnbad gehört zu |den schönsten, die man träumen kann, und ist, wie die ganze Gegend, nicht berühmt genug. Vor 8 Tagen ist Brahm abgereist, der sich nicht weniger als drei Wochen lang hier aufgehalten hat, und, trotz allerlei mehr oder weniger fundirten Hypochondrien, in guter Laune und ebensolchem Wohlbefinden.
Von hier aus mach ich mit Olga eine kleine Reise; wohin steht noch nicht fest – Martino oder Campiglio, event. München zum Schluss. – Dass Sie zu |meinem Roman kein glückliches Verhältnis gefunden haben, war in der That nicht schwer zu merken. Und so sehr ich Ihrem Ausspruch beistimme, dass Sie zwischen mir und meinen Arbeiten keine Grenze ziehen können, ich empfinde ihn als doppelt u. zehnfach wahr gegenüber einem Werk, das mich in Gedanke u Ausführung durch manches reife und höchst bewußte Jahr meines Lebens vornehmlich beschäftigt hat. Als so wahr erweist es sich, was Sie selbst zu spüren scheinen, wie es kaum denkbar ist, zum Dichter eines Werks, das für eine |ganze Entwicklungsperiode dieses Dichters bedeutend ist, in einem glücklichern Verhältnis zu stehen als zu der Dichtung selbst und dass ich Ihnen für den Takt dankbar bin, der es Sie als richtig erkennen liess, jedes weitre Wort über ein Werk zu unterlassen, das nichts vermocht hat als Sie zu verstören und von dem mir ein unverlierbar und untrüglich starkes Nachgefühl in der Seele geblieben ist. –
Auf Wiedersehen im Herbst; Sie bringen hoffentlich viel schönes zum vorlesen mit, – lassen Sie sichs beide in Sils wohlergehen.
Wir grüßen herzlichst. Arthur.
    Bildrechte © Freies Deutsches Hochstift, Frankfurt am Main