Einstellungen

Ansicht
Faksimile
Bilder neben dem Text
Textkritik
Textkritische Zeichen
Langes-s (ſ)
Gemination m (m̅)
Gemination n (n̅)
Streichung
Hinzufügung
Markierung von Entitäten
Alle Markierungen
Personen
Werke
Orte
Institutionen
Ereignisse

Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 22. 5. 1913
Mann, Thomas
Bad Tölz
Empfang: [23. 5. 1913 – 27. 5. 1913?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 67
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 3 Seiten, 1.462 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler 1) mit Bleistift beschriftet: »Thomas Mann«
2) mit rotem Buntstift eine Unterstreichung
Veröffentlichung 1
Thomas Mann: Briefe 1889–1936. Herausgegeben von Erika Mann. Frankfurt am Main: S. Fischer 1961, S. 102.
Veröffentlichung 2
Hertha Krotkoff: Arthur Schnitzler – Thomas Mann: Briefe. In: Modern Austrian Literature, Jg. 7 (1974) Nr. 1/2, S. 16–17.

Textqualität

Diese Abschrift wurde noch nicht ausreichend mit dem Original abgeglichen. Sie sollte derzeit nicht – oder nur durch eigenen Abgleich mit dem Faksimile, falls vorliegend – als Zitatvorlage dienen.

Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Thomas Mann an Arthur Schnitzler, 22. 5. 1913. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02139.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02139«.

Wikipedia-Vorlage
{{Internetquelle |url=https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02139.html |titel=Thomas Mann an Arthur Schnitzler, 22. 5. 1913 |werk=Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren |hrsg=Martin Anton Müller mit Gerd-Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke |sprache=de |datum=1913-05-22 |abruf=2026-06-18 }}
Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Donnerstag, 22. 5. 1913

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Weiteres

Thomas Mann an Arthur Schnitzler, 22. 5. 1913

|BAD TÖLZ, DEN 22. Mai 1913.

Verehrter Herr Doctor:

Ihre wundervolle Sommergeschichte, von der mir ein Exemplar in Ihrem gütigen Auftrage zugesandt wurde, habe ich gestern Abend in großer Bewegung beendigt. Sie wird mich noch lange festhalten und beschäftigen. Die heutige Kunst versteht sich ja im Ganzen nicht schlecht auf »Stimmung«; aber einen Fall, wo Stimmung sich dermaßen unerbittlich, fürchterlich, verhängnishaft verdichtet, wie hier bei Ihnen, – den gibt es, glaube ich, auch heute |nicht zum zweiten Mal. Ich werde nicht müde, auch bei geschlossenem Buche die Dichtigkeit und magische Unzerreißbarkeit dieses erotischen Kunst- und Schicksalsgespinstes zu prüfen und zu bewundern und bitte Ihnen meinen tiefen Respekt ausdrücken zu dürfen vor Ihrer großen Zaubermacht. Der Schluß geht mir beständig nach. Trotz feinster, vielfältigster Vorbereitung – ist er möglich so oder ist er es nicht? Auf jeden Fall ist er überwältigend schön.
Ich habe die Überraschung, zu sehen, daß mein »Tod in Venedig«, bei dessen Herstellung ich |auf garnichts hoffte, sehr warm aufgenommen wird. Bis auf einen giftigen Angriff des Herrn Kerr, hinter dessen tänzerischem Pamphletchen gegen mich sich freilich viel Charakter-Elend verbirgt, habe ich fast nur sehr Ehrenvolles darüber gehört. Und daß die erste Beruhigung vom Autor der »Frau Beate« kam, darüber bin ich nun wieder besonders glücklich.
Mit den besten Empfehlungen an Sie und Ihre Gattin, verehrter Herr Doctor,
Ihr ergebenster
Thomas Mann.
    Bildrechte © University Library, Cambridge