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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 21. 6. 1925
Brandes, Georg
Kopenhagen
Empfang: [22. 6. 1925 – 26. 6. 1925?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 17
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 3 Seiten, 1.667 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, lateinische Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler mit rotem Buntstift vereinzelte Unterstreichungen
Ordnung mit Bleistift von unbekannter Hand nummeriert: »59«
Veröffentlichung 1
Georg Brandes, Arthur Schnitzler: Ein Briefwechsel. Herausgegeben von Kurt Bergel. Bern: Francke 1956, S. 146–147.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Georg Brandes an Arthur Schnitzler, 21. 6. 1925. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02443.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02443«.

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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Sonntag, 21. 6. 1925

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Pollaczek: Schnitzler und ich
Pollaczek: Schnitzler und ich
Wiener Schnitzler
Weiteres

Georg Brandes an Arthur Schnitzler, 21. 6. 1925

|Kopenhagen 21 Juni 25

Mein lieber Freund

Sie waren diesmal wieder sehr gütig gegen mich in Wien. Ich ging nach Salzburg, verlor aber dort vier Wochen mit Bronchitis, bin hier, und kann über die Gesundheit nicht klagen, obwol der Sommer hier kalt und unheimlich ist.
Ich hätte Ihnen sehr gerne mein kleines Buch Hellas geschickt, aber leider durch allerlei Verlegerschwierigkeiten lässt die deutsche Uebersetzung auf sich warten.
Es war schön, Sie und Ihr Haus wieder zu sehn. Es that mir leid zu merken, dass Ihre Stimmung nicht heiter war. Sie waren nicht deshalb weniger liebenswürdig, aber ich gönnte |Ihnen mehr Lebensfreude.
Man hat ja seitdem ein älteres Schauspiel von Ihnen im Burgtheateraufgeführt; ich hoffe, dass die Poesie des Stückes zu ihrem Rechte kam. Es muss doch ein angenehmes Gefühl sein, auf viele Menschen zugleich zu wirken. Sie sind diesem Genuss gegenüber wol etwas verwöhnt und blasirt, aber nicht desto weniger!
Ich wurde eingeladen, die Festlichkeiten wegen des 200 jährigen Bestehens der Academie der Wissenschaften in Leningrad (!) mitzumachen; sie strecken sich in Petersburg und Moskau von 616 September, aber ich wollte als Gast nicht heucheln, und Entzücken über den |jetzigen Zustand in Russland wäre meinerseits Heuchelei. Reden müsste ich ja, und das schreckte mich. Sonst hätte ich gerne die zwei Städte unter den veränderten Umständen wiedergesehen.
Sie waren sehr lieb so wol gegen meine Begleiterin wie gegen mich.
Leider reist jetzt Fru Rung mit ihrem Gatten und ihrer Cousine auf 6 Wochen nach Italien. Ich kann ohne sie meine Correspondenz nicht bewältigen.
Sie wissen kaum, wie dankbar ich mich im Innersten für Ihre vieljährige Freundschaft fühle.
Ihr Georg Brandes
    Bildrechte © University Library, Cambridge