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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 25. 10. 1923
Schnitzler, Arthur
Wien
Empfang: [25. 10. 1923 – 28. 10. 1923?]
Zuckerkandl, Berta
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, HS.1985.1.2282
Typ Brief
Beschreibung Durchschlag, 1 Blatt, 2 Seiten, 3.174 Zeichen
Herstellung Schreibmaschine
Handschrift roter Buntstift, lateinische Kurrentschrift (beschriftet: » Zuckerkandl «, sechs Unterstreichungen)

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Arthur Schnitzler an Berta Zuckerkandl, 25. 10. 1923. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L03947.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L03947«.

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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Donnerstag, 25. 10. 1923

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Schnitzler – S. Fischer
Schnitzler – S. Fischer
Schnitzler – S. Fischer
Gedruckte Briefwechsel

Arthur Schnitzler an Samuel Fischer, 25. 10. 1923

Quelle: Arthur Schnitzler: Briefe 1913–1931. Hrsg. v. Peter Michael Braunwarth, Richard Miklin, Susanne Pertlik und Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1984. (PDF unter: https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/)

Weiteres

Arthur Schnitzler an Berta Zuckerkandl, 25. 10. 1923

|25. 10. 1923.

Liebe und verehrte Frau Hofrätin.

Die Absicht des Verlags Stock zwei Bände meiner Werke herauszugeben, ist mir natürlich sehr erfreulich. Sprechen wir zuerst von dem Dramenband. Am meisten würde sich empfehlen eine Zusammenstellung der beiden Zyklen »Komödie der Worte« (also »Stunde des Erkennens«, »Grosse Szene« und »Bachusfest«) und „Lebendige Stunden" (also »Lebendige Stunden«, »Frau mit dem Dolch«, »Letzte Masken«, »Literatur«). Dazu eventuell noch einige andere Einakter: »Puppenspieler«, »Der grüne Kakadu«, »Die Gefährtin«. »Der grosse Wurstl« käme meiner Ansicht nach weniger in Betracht, wenigstens für den Anfang.
Zwei Fragen sind vor allem zu erwägen: Autorisation und Uebersetzung. »Komödie der Worte«, »Puppenspieler« sind ganz frei. »Die lebendigen Stunden« sind seinerzeit von Rémon und Mme. Vallentin übersetzt worden, einzelne in Zeitschriften erschienen; aufgeführt wurde nichts. Meine Honorare bewegten sich um den Nullpunkt. Ich nehme an, dass ich nach 15–20 Jahren doch wohl wieder frei über meine Einakter verfügen kann. Wo sich Mme. Vallentin und M. Rémon aufhalten ist mir unbekannt, sie haben gewiss kein Recht mehr Ansprüche zu stellen, aber die Editeurs Stock werden ja leicht eruieren können, wo sich Herr Maurice Rémon heute aufhält. Er ist der Mitübersetzer des »Anatol«. Ich glaube aber keineswegs eine alleinige Autorisation erteilt zu haben. »Der Grüne Kakadu«, seinerzeit bei Antoine aufgeführt, meines Wissens nie gedruckt, ist für die Buchausgabe jedesfalls frei. »Puppenspieler« frei.
|Die Frage ist nur, wer soll all die Sachen übersetzen? Lieber mit der Herausgabe warten als eine mässige Uebersetzung erscheinen lassen. Wer wird insbesondere die Verse übertragen? Wie schön, wenn man sich der Mitarbeit Geraldys versichern könnte.
Nun die materielle Frage. Ich glaube wohl, dass ich 10 % vom Ladenpreis verlangen dürfte, und eine entsprechende Garantiesumme bei Abschluss des Vertrages. Nehmen wir also an, der Band kostet 5 frncs, 1000 Exemplare 5000, so kämen auf mich 500 frcs. Werden gleich 3000 gedruckt, 1500 frcs. u. s. w. Als Garantie wäre die Hälfte, eventuell auch mehr zu zahlen. Im weiteren Verlaufe, viertel- resp. halbjährige Abrechnung. Aufführungsrechte müssten mir vollkommen reserviert bleiben. Das bedürfe weiterer Abmachungen von Fall zu Fall. Auch für die Aufführungsfrage wäre ja wohl Geraldys Mitwirkung unschätzbar.
Die Auswahl der Novellen auf nächstens. Vielleicht verschieben wir das bis zu Ihrer Wiederkehr, liebe Frau Hofrätin. Ich denke in diesen Band sollte man nur kürzere Novellen aufnehmen, »Casanovas Heimfahrt« sollte wohl als Buch für sich erscheinen.
Seien sie vorläufig aufs Allerherzlichste bedankt für Ihre freundlichen Bemühungen. Wenn Sie also wirklich die Güte haben wollen die Verhandlungen weiter für mich zu führen, eventuell auch schon Theatermöglichkeiten und dergleichen mit Geraldy zu besprechen, so bleibt es natürlich bei den finanziellen Abmachungen, über die wir noch im Einzelnen mündlich sprechen werden. Ihre Teilaberschaft begänne selbstverständlich schon bei den à-valois. Jedenfalls bin ich Ihnen vom Herzen dankbar für alles, was Sie bisher in Frankreich für mich getan haben und tun wollen.
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar