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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 14. 7. [1896]
Goldmann, Paul
Paris
Empfang: [24.?] 7. 1896
Schnitzler, Arthur
Oslo
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.NZ85.1.3166
Typ Brief
Beschreibung 2 Blätter, 7 Seiten, 2.602 Zeichen
Handschrift blaue Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler 1) mit Bleistift das Jahr »96« vermerkt
2) mit rotem Buntstift zwei Unterstreichungen

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 14. 7. [1896]. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02781.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02781«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Dienstag, 14. 7. 1896

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Briefe mit Autorinnen und Autoren
Wiener Schnitzler
Gedruckte Briefwechsel

Adele Sandrock an Arthur Schnitzler, 14.7.1896

Quelle: Renate Wagner (Hg.): Dilly. Geschichte einer Liebe in Briefen, Bildern und Dokumenten. Wien/München: Amalthea 1975.

Kalliope Verbundkatalog
Weiteres

Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 14. 7. [1896]

Fondateur M. L. Sonnemann.
Journal politique, financier,
commercial et littéraire.
Paraissant trois fois par jour.
Bureau à Paris Paris, 14. Juli.

Mein lieber Freund,

Da Du mir schreibst, daß Norwegen wirklich existirt, muß ichs wohl glauben und schreibe Dir nach Christiania, welches sich hoffentlich an Ort und Stelle auch wirklich als die Hauptstadt dieses unwahrscheinlichen Landes erweist.
Ich danke Dir für Deine lieben Nachrichten. Deine Karten athmen frohe Reisestimmung, und ich freue mich dessen.
|Nur möchte ich auch einmal etwas Genaueres über unser Zusammentreffen wissen. Werden wir uns so zwischen erstem und fünftem August in Kopenhagen treffen? Ich weiß zwar noch immer nicht, wann und ob ich von hier fortkomme (Geld, Geld, Geld!), – auch kann es in diesem Lande während vierzehn Tagen stets passiren, daß Herr Felix Faure den Sonnenstich bekommt oder der Herzog von Orleans den Thron von Frankreich |besteigt – aber immerhin, wenn ich doch nach Dänemark käme, wäre es doch vielleicht nicht übel, falls wir uns dort treffen könnten, und zu diesem Zweck müßte ich zunächst einmal wissen, wo Ihr seid, was Ihr mir bisher mit anerkennenswerther Beharrlichkeit verschwiegen habt.
Kürzlich wollte ich noch Thorel – der gegenwärtig bei Pierre Loti an der spanischen Grenze ist – zu Antoine schicken. Aber er meinte, mit Antoine sei fürs Erste |nichts zu machen, derselbe sei verrückter als je, habe keine Ahnung, was er wolle, und nehme als deutsche Stücke zunächst nur Wallenstein und Don Carlos in Aussicht. Wenn man ihm glauben machen könnte, daß die »Liebelei« von Schiller wäre, so wäre die Sache sofort erledigt; aber das wird schwer halten. Kurzum, wir müssen bis zur »rentrée« warten, und Thorel möchte inzwischen die Übersetzung anfertigen (Preis 5-600 Francs, – du verstehst?). |Wir reden darüber bald mündlich, so Gott will.
Vielen Dank für Altenberg! Ich habe die ersten Seiten gelesen und weiß noch nicht recht, wo und wie? Manchmal meint man, es sei ein Dichter, manchmal meint man, es sei Hermann Bahr. Aber jedenfalls lese ich das Buch zu Ende.
Auf Deiner Karte fand ich ein roth angestrichenes |Schiff, über dem ein blaues Gestirn schwebt, das in erklärender Unterschrift den Beschauer als »soleil de minuit« vorgestellt wird. Das Schiff ist vor der Mitternachtssonne vorgefahren, wie ein Hotel-Omnibus vor der Hausthür des Gasthofes. Nicht genug damit, steht auch noch das Nordcap dabei. Herrgott, bist Du ein Protz! . . . . 
Blonde Kinder mit Märchenhaar! Das weckt |in meinem Herzen die Sehnsucht auf. Nur einmal solch’ ein Mädchen in die Arme schließen und hören, daß sie mich liebt! Einmal nur, – rasch noch in der letzten Viertelsunde dieser so ganz verlorenen Jugend! . . . . 
Grüß’ Dich Gott, mein theurer Freund, und reise froh und glücklich!
Dein treuer
Paul Goldmnn
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar