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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 22. 9. [1896]
Goldmann, Paul
Paris
Empfang: [23. 9. 1896 – 27. 9. 1896?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.NZ85.1.3166
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 2.680 Zeichen
Handschrift blaue Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Beilage handschriftlicher Brief: 1 Blatt, 2 Seiten, lila (evtl. ursprünglich schwarze?) Tinte, lateinische Kurrent; mit Bleistift Vermerk des Datums von Schnitzler mit »September 96«
Schnitzler 1) mit Bleistift das Jahr »96« vermerkt
2) mit rotem Buntstift drei Unterstreichungen

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 22. 9. [1896]. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02785.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02785«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Dienstag, 22. 9. 1896

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Kalliope Verbundkatalog
Weiteres

Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 22. 9. [1896]

Fondateur M. L. Sonnemann.
Journal politique, financier,
commercial et littéraire.
Paraissant trois fois par jour. Paris, 22. September.
Bureau à Paris

Mein lieber Freund,

Ich habe in diesen Tagen ungewöhnlich viel zu thun gehabt. Auch gab es allerlei Aufregungen. Man beschimpft mich in der hiesigen Presse und verlangt meine Ausweisung, weil ich für die Unschuld des Dreyfus eingetreten bin, von der ich, nach den neuesten Enthüllungen, fester als je überzeugt bin. Zudem geht in meiner Familie Alles drunter und drüber. Kurzum ich weiß nicht recht, wo mir |der Kopf steht.
Dies um mich zu entschuldigen, daß ich beifolgenden Brief von Thorel solange liegen ließ. Heb’ ihn Dir gut auf, denn, wie Du aus seinem Inhalt ersiehst, vertritt er die Stelle eines Contracts. Ich habe ihn unter irgend einem Vorwand von 6 auf 500 heruntergeschraubt und habe mir ausdrücklich ausbedungen, daß diese Zahlung nur als Vorschuß auf etwaige | Tantièmen oder Honorare zu betrachten ist. Ich fürchte allerdings, daß letztere Clausel platonisch bleiben dürfte. Nun kannst Du das Geld dieser Tage an mich schicken, wenn Du willst (aber nicht wieder in Goldstücken in einem recommandirten Brief). Ich werde bei diesem Geschäft leider nichts verdienen können, aber Du brauchst hoffentlich bald wieder ein Opernglas.
Bei Forain war ich auch, aber er ist noch auf |dem Lande.
Was gibts Neues bei Dir? Leben und Dichten? Was hörst Du von Berlin und wann gehst Du hin? Ebermann scheint ja wohl einen großen Erfolg gehabt zu haben?
Lies Karl Hillebrand: Frankreich und die Franzosen. Der einzige Deutsche, der Frankreich kennt, – und eine Persönlichkeit. Ich lese Schillers und Goethes Briefwechsel. Bisher ist er mir unsympathisch, und besonders der Schiller langweilt mich mit seinem verfluchten Theoretisiren.
Grüß’ Dich Gott, liebster Freund! Schreib’ bald! Dein P. G.
 
|[handschriftlich Jean Thorel:] Chez Francis Vielé-Griffin

Cher Ami,

La chose est donc convenue, aux conditions que vous dites: cinq cent francs que vous me verserez aux premiers jours d’octobre. Et moi, je vais me mettre tout de suite à l’œuvre, afin d’arriver en temps utile pour profiter des chances de cette saison.
Pour achever de préciser le côté affaire, et pour que vous pouissiez envoyer un engagement signé de moi à M. Schnitzler, si vous le désirez, – je rappelle ici qu’il est bien entendu que cette somme de cinq cents francs n’est qu’une avance sur les droits de toute nature que pourra produire la traduction de Liebelei, droits de représentation, ou de publication en revue ou en librairie; – Et pour les droits, il va de soi qu’ils seront partagés par moitiés égales entre M. Schnitzler et moi
Je rentrerai à Paris, vers la fin de |septembre. Mon adresse est à Nazelles jusqu’au 14;
et à partir du 15 elle sera (et moi aussi) chez madame Paul Bert à Auxerre (Yonne)
Votre bien dévoué 
Jean Thorel
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar