Einstellungen

Ansicht
Faksimile
Bilder neben dem Text
Textkritik
Textkritische Zeichen
Langes-s (ſ)
Gemination m (m̅)
Gemination n (n̅)
Streichung
Hinzufügung
Markierung von Entitäten
Alle Markierungen
Personen
Werke
Orte
Institutionen
Ereignisse

Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 22. 3. [1897]
Goldmann, Paul
Paris
Empfang: [23. 3. 1897 – 27. 3. 1897?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.NZ85.1.3167
Typ Brief
Beschreibung 2 Blätter, 7 Seiten, 3.084 Zeichen
Handschrift blaue Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler mit Bleistift das Jahr »97« vermerkt

Textqualität

Diese Abschrift wurde noch nicht ausreichend mit dem Original abgeglichen. Sie sollte derzeit nicht – oder nur durch eigenen Abgleich mit dem Faksimile, falls vorliegend – als Zitatvorlage dienen.

Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 22. 3. [1897]. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02806.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02806«.

Wikipedia-Vorlage
{{Internetquelle |url=https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02806.html |titel=Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 22. 3. [1897] |werk=Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren |hrsg=Martin Anton Müller mit Gerd-Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke |sprache=de |datum=1897-03-22 |abruf=2026-06-18 }}
Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Montag, 22. 3. 1897

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Briefe mit Autorinnen und Autoren
Briefe mit Autorinnen und Autoren
Schnitzler/Bahr
Wiener Schnitzler
Kulturveranstaltungen
Gedruckte Briefwechsel

Arthur Schnitzler an Eugen Deimel, 22.3.1897

Quelle: Heinz P. Adamek (Hg.): In die Neue Welt... Arthur Schnitzler - Eugen Deimel. Briefwechsel. Holzhausen Verlag: Wien 2003

Kalliope Verbundkatalog
Weiteres

Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 22. 3. [1897]

Fondateur M. L. Sonnemann.
Journal politique, financier,
commercial et littéraire.
Paraissant trois fois par jour. Paris, 22. März.
Bureau à Paris

Mein lieber Freund,

Hast Du schon Nansens  Artikel Dir übersetzen lassen? Er ist ungemein lieb und herzlich geschrieben und sehr ehrenvoll für uns Alle, insbesondere natürlich für Dich.
Je näher die Zeit heranrückt, wo ich Dich hier wiedersehen werde, mit umso größerer Freude denke ich daran. Hab’ nur keine Furcht, daß ich mich werde von Arbeit Deinetwegen abhalten lassen. Die Arbeit läßt mich hier einfach nicht los, wenn sie einmal da ist. Ich denke, wir werden namentlich am Abend beisammen sein können, und oft auch am Tage. | Die Hotel-Zimmer werde ich miethen, sobald Du mir Deine Ankunft anzeigst. Nur möchte ich auch eine kleine Idee von dem Preise haben, den Du zu zahlen gedenkst. Nenne mir ein Maximum: etwa 8 bis 10 Francs pro Tag und pro Zimmer, also 16 bis 20 Francs pro Tag? Ich hoffe, ich bekomme es billiger, aber ich will doch wissen, wie weit ich im Nothfall gehen darf?
Welche Unannehmlichkeiten es im Gefolge haben sollte, wenn Ihr unter Eurem wahren Namen Euch im Hotel einschreibt, ist mir dunkel. Ich kenne nur Fälle, wo es für Leute | Unannehmlichkeiten im Gefolge gehabt hat, weil sie unter salschen Namen abgestiegen sind. Die Polizei hat auch in Paris nichts dagegen, daß ein Mensch seinen wahren Namen führt.
Auch bei der Idee, mir Virginia-Cigarren zuzusenden, erkenne ich Dich wieder. Vielleicht gar in einem recommandirten Briefe? Wisse denn, oh Freund, daß in Frankreich das Tabaks-Monopol besteht. Jede Einfuhr ausländischer Cigarren ist verboten. Privatleute müssen, um Cigarren-Sendungen aus dem |Auslande empfangen zu dürfen, eine besondere Import-Erlaubniß vom Finanz-Ministerium haben. Du kannst Virginia-Cigarren nur so nach Frankreich bringen, daß Du sie selbst mit Dir nimmst. An der Grenze sagst Du dann, daß Du Dich zwei Monate in Frankreich aufhalten willst und für diese Zeit Dich mit Cigarren versehen willst. Diese Cigarren verzollst Du dann (was eine Unsumme Geldes kosten wird). Oder aber, wenn Du Courage hast, (die hast Du aber wahrscheinlich nicht), |ssagst Du gar nichts und versuchst die Cigarren einfach durchzuschmuggeln.
Dein Bicycle sollst Du gewiß mitnehmen. Die Umgebung von Paris ist eigens für Bicycle-Touren geschaffen. Du wirst hier zahllose und herrliche Ausflüge mit Deiner Maschine machen können. . . . . 
Traurig ist es, daß Du Dir Dein junges und schönes Leben durch ein Bischen Ohrenklingen verbittern läßt. Für mich ist das gerade ein Beweis Deiner | Gesundheit. Denn wenn Du irgend ein ernstes Leiden hättest, so könntest Du nicht auf das Ohrenklingen achten. So concentrirt sich darauf all’ Deine hypochondrische Grübelei, die sonst, Gott sei gelobt, kein Sujet in Deinem Organismus findet. Laß’ es doch klingen, zum Teufel, und denke nicht daran! Wenn Du nicht Medicin studirt hättest, würdest Du gar nicht darauf achten!
Nun erfahre ich wohl bald den genauen Tag Deiner Ankunft. |Das wird schön werden!
Traurig ist nur, daß ich zu Ostern auf 10 bis 14 Tage nach Frankfurt muß. Nach Nizza gehe ich nicht mehr.
Wie hat »Liebelei« eigentlich in Kopenhagen gefallen?
Sei von Herzen gegrüßt und schreibe bald!
Dein treuer
Paul Goldm
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar