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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 25. 9. [1897]
Goldmann, Paul
Paris
Empfang: [26. 9. 1897 – 30. 9. 1897?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.NZ85.1.3167
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 1.657 Zeichen
Handschrift blaue Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler mit Bleistift das Jahr »97« vermerkt

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 25. 9. [1897]. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02826.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02826«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Samstag, 25. 9. 1897

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Tagebuch
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Briefe mit Autorinnen und Autoren
Wiener Schnitzler
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Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 25. 9. [1897]

Fondateur M. L. Sonnemann.
Journal politique, financier,
commercial et littéraire.
Paraissant trois fois par jour.
Bureau à Paris Paris, 25. September.

Mein lieber Freund,

Es issehr, sehr traurig, und mich hat es tief ergriffen. Eines muß Dich trösten: Du hast keine Schuld. Alles, was Du thun konntest, hast Du gethan. Das Schicksal hat es so gewollt, und da stand es nicht mehr in Deiner Macht, zu hindern. Warum das gerade Dich treffen mußte? Man muß sich eben abgewöhnen, nach Gründen zu fragen; es gibt keine.
Das arme Kind wollen wir nicht beklagen. Es ist ihm eben nur das Leben erspart geblieben. Es ist nach kurzer |Reise an das Ziel gelangt, dem wir alle zugehen auf diesem langen, schweren Wege. All’ die Thränen braucht es nicht zu weinen, und das Bischen Süßigkeit wird es nicht vermissen, weil es sie nie gekannt hat. . . . . . 
Was für bittere Stunden Du durchgemacht haben mußt, armer Freund!   Könnte ich nur wenigstens einen Tag bei Dir sein! Ich würde Dir immerfort sagen: »Du bist jung, und nichts ist verloren.«
Am Meisten aber dauert mich die arme Frau. Du bist |einfach um eine schöne Hoffnung ärmer (und auch das nur für den Augenblick). Sie muß es aber als einen wahren Zusammenbruch empfinden. Sei nur recht gut und lieb zu ihr. In der Erfüllung dieser Pflicht wirst Du auch für Dich den besten Trost finden. Und sag’ ihr, daß ich ihr von ganzem Herzen die Hand drücke.
Bitte, bitte: schreib’ mir bald, und wenn es auch nur ein paar Zeilen sind.
Du solltest jetzt so bald als möglich eine Reise machen. Komm zu mir nach Paris! . . . 
Armer Freund! Es thut mir innig leid, daß Du, gerade Du diesen Schmerz |haben mußtest! Es ist auch für mich ein recht trauriger Tag.
Ich umarme Dich von Herzen und in Treue
Dein
Paul Goldmann
Die Briefe sind alle besorgt. Auf Deinen Brief antworte ich Dir nächstens.
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar