Fondateur M. L. Sonnemann.
Journal politique, financier,
commercial et littéraire.
Paraissant trois fois par jour.
Mein lieber Freund,
Es ist sehr, sehr traurig, und mich hat es tief ergriffen.
Eines muß Dich trösten: Du hast keine Schuld. Alles, was Du thun konntest, hast Du
gethan. Das Schicksal hat es so gewollt, und da stand es nicht mehr in Deiner Macht, zu hindern. Warum das gerade Dich
treffen mußte? Man muß sich eben abgewöhnen, nach Gründen zu fragen; es gibt
keine.
Das arme Kind wollen wir
nicht beklagen. Es ist ihm eben nur das Leben erspart geblieben. Es ist nach kurzer
|Reise an das Ziel gelangt, dem wir alle zugehen
auf diesem langen, schweren Wege. All’ die Thränen braucht es nicht zu weinen, und
das Bischen Süßigkeit wird es nicht vermissen, weil es sie nie gekannt hat. . . . . .
Was für bittere Stunden Du durchgemacht haben mußt, armer Freund! Könnte ich nur wenigstens einen Tag bei Dir sein! Ich würde Dir immerfort sagen: »Du bist jung, und nichts ist
verloren.«
Am Meisten aber dauert mich die arme Frau. Du bist |einfach um
eine schöne Hoffnung ärmer (und auch das nur für den Augenblick). Sie muß es aber als einen wahren Zusammenbruch empfinden. Sei nur
recht gut und lieb zu ihr. In der Erfüllung dieser Pflicht wirst Du auch für Dich den
besten Trost finden. Und sag’ ihr, daß ich ihr von ganzem Herzen die Hand drücke.
Bitte, bitte: schreib’ mir bald, und wenn es auch nur ein paar Zeilen sind.
Armer Freund! Es thut mir innig leid, daß Du, gerade Du diesen Schmerz |haben mußtest! Es ist auch für mich ein recht
trauriger Tag.
Ich umarme Dich von Herzen und in Treue
Dein
Paul Goldmann
Dein
Paul Goldmann
Die Briefe sind
alle besorgt. Auf Deinen Brief antworte ich Dir nächstens.
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