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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 11. 12. [1899]
Goldmann, Paul
Frankfurt am Main
Empfang: [12. 12. 1899 – 16. 12. 1899?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.NZ85.1.3169
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 2.328 Zeichen
Handschrift blaue Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler 1) mit Bleistift das Jahr »99« vermerkt
2) mit rotem Buntstift sieben Unterstreichungen

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 11. 12. [1899]. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02898.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02898«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Montag, 11. 12. 1899

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Briefe mit Autorinnen und Autoren
Wiener Schnitzler
Kalliope Verbundkatalog
Weiteres

Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 11. 12. [1899]

|Frankfurt, 11. Dezember.

Mein lieber Freund,

Vielen Dank für Deine interessanten Mittheilungen! Daß Bahr gegen Dein Stück intriguirt, ist ein Zug, der ganz zum Charakterbilde dieses Burschen paßt. Wenn Schlenther Dich auf die Aufführung Deiner zwei Einakter warten läßt, so rächt er sich, nach Art gemeiner Naturen, für die Demüthigung, die er im Streit mit Dir über den »Kakadu« erlitten.
Im Falle Wassermann, in welchem, wie Du sagst, die »Frankfurter Zeitung« durchaus im Unrecht ist, ist die »Frankfurter Zeitung« durchaus im Recht. D’Albert’s Compositionen sind mittelmäßige Leistungen. Das wissen wir hier und das hat Niemand bestritten. Frankensteins Compositionen sind |ebenfalls mittelmäßige Leistungen, die sich vielleicht auf demselben Niveau, eher sogar ein wenig tiefer halten. Es geht aber absolut nicht an, in derselben Kritik d’Albert ganz zu verwerfen, Frankenstein hingegen ihm gegenüber zu loben, mag das Lob noch so eingeschränkt sein. Namentlich in dieser Zusammenstellung liegt die Fälschung des Urtheils. Und wenn diese Kritik noch dazu von einem Mitarbeiter eingesandt wird, der seine Berichterstattung bisher stets in einer ans Gewissenlose grenzenden Weise vernachlässigt hat, – wenn derselbe Berichterstatter, der die Aufführungen der Duse mit vier  Zeilen abthut, dem Frankenstein-Conzert, dessen Bedeutungslosigkeit in der Wiener Conzertfluth klar genug ist, einen |ganzen Bericht  widmet, so liegt ohne jeden Zweifel das Bestreben einer persönlichen Dienstleistung vor, und keine anständige Zeitung wird es sich von einem Herrn Wassermann gefallen lassen, daß er, der sonsssäumig in seinen dienstlichen Obliegenheiten sich zeigt, gleich mit der Feder bei der Hand ist, wenn es gilt, einem Bekannten eine Reklame zu machen.
An Schwartzkopf werde ich keinen liebenswürdigen Brief schreiben. Ich schätze und verehre ihn, wie Du weißt. Aber Hirschfeld steht mir näher und ist auch ohne jeden Zweifel in seiner ganzen Art geeigneter, die Berichterstattung für die »Frankfurter Zeitung« zu übernehmen, obwohl Schwarzkopf sicherlich seine Sache auch sehr gut machen würde. Immerhin |habe ich für Schwarzkopf gewirkt, weil ich meinte, damit etwas Dir zu Liebe zu thun. Im Augenblick wo Du das ablehnst, verliert die Angelegenheit alles Interesse für mich, und ich werde mich fortan jeder Einwirkung enthalten.
Viele treue Grüße!
Dein
Paul Goldmann.
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar