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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 2. 5. [1900]
Goldmann, Paul
Berlin
Empfang: [3. 5. 1900 – 7. 5. 1900?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.NZ85.1.3170
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 3 Seiten, 702 Zeichen
Handschrift blaue Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Beilage ein Zeitungsausschnitt, beschnitten

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 2. 5. [1900]. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02914.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02914«.

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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Mittwoch, 2. 5. 1900

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Gedruckte Briefwechsel

Otto Brahm an Arthur Schnitzler, 2.5.1900

Quelle: Der Briefwechsel Arthur Schnitzler – Otto Brahm. Vollständige Ausgabe. Hg., eingel. und erl. von Oskar Seidlin. Tübingen: Niemeyer, 1975.

Weiteres

Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 2. 5. [1900]

Berlin, 2. Mai.

Mein lieber Freund,

In aller Eile Dank für Deinen lieben Brief!
Mich hat die Frau Rechtsanwalt um den »Reigen« ersucht. Ich hielt mich aber nicht für berechtigt, der Frau das Buch zu geben, und habe mich damit ausgeredet, ich hätte es verborgt.
Wie Du aus beifolgendem Rennbericht siehst, ist hier beim letzten Rennen ein Pferd »Liebelei« gelaufen. Es |gehört einem süddeutschen Besitzer und heißt offenbar nach Deinem Stück. Dies ist der Ruhm, mein lieber Freund!
Es freut mich sehr, zu hören, daß Du eine Posse geschrieben hast. So bist Du auf halbem Wege zu dem Lustspiel, das ich nicht ablassen werde, von Dir zu verlangen.
Nächstens mehr! Heut habe ich nur zwei Minuten.
|Viele treue Grüße!
Dein
Paul Goldmann
 
|Unter den Pferden, die bereits »was gezeigt haben« fallen ganz besonders Liebelei, die Dritte zu Over Norton und Seraphine im Großen Kölnischen Handicap und Cadore, der mit frischem Lorbeer gekrönte Sieger des Hamburger Godeffroy-Rennens, auf. Für die Hamburger Ueberraschung muß der Bleichrödersche Wallach volle zehn Pfund mehr aufnehmen und wir glauben offen gestanden nicht, daß es dem Dreijährigen mit dem hohen Gewicht von 55½kg gelingen wird, die Situation zu beherrschen. Liebelei ist viel besser daran. Zwar drücken 64½ kg auch, aber die Talpra-Magyar-Tochter ist ein Pferd mit reellen Fähigkeiten – ein »Frühjahrspferd« –, das auch in Köln eine gute Leistung vollbrachte. Seitdem soll sie sich ganz wesentlich verbessert haben. Wir würden ihr auch ohne Bedenken unsere Sympathien zuwenden, wenn der Borsteler Stall, der augenblicklich auf der Höhe steht, nicht Heroine, die im Gewicht außerordentlich begünstigt ist, im Rennen hätte. Wie aus guter Quelle verlautet, ist Heroine in ausgezeichneter Verfassung und soll ihren Trainer in der Arbeit sehr befriedigt haben. Man wird gut thun, der Fulmen-Tochter für das große Rennen die gebührende Beachtung zu schenken. Nicolo ist ebenfalls nicht schlecht im Handicap, jedoch nicht in Form. Sein Laufen in Köln war durchaus nicht berühmt und wir glauben kaum, daß von ihm eine Ueberraschung zu erwarten ist. Eher von X, der von Warne gesteuert, bei der günstigen Distanz durchaus nicht ohne Chancen ist. Connex und Radler erscheinen aus dem Lot zunächst für die Plätze in Betracht zu kommen. Zum Schluß dürfte aber doch
Heroine
das bessere Ende vor Liebelei und X behalten.
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar