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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 7. 10. [1901]
Goldmann, Paul
Berlin
Empfang: [8. 10. 1901 – 12. 10. 1901?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.NZ85.1.3171
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 2.010 Zeichen
Handschrift blaue Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler 1) mit Bleistift das Jahr »901« vermerkt
2) mit rotem Buntstift acht Unterstreichungen

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 7. 10. [1901]. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L03088.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L03088«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Montag, 7. 10. 1901

Aufenthaltsorte
Tagebuch
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Wiener Schnitzler
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Weiteres

Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 7. 10. [1901]

Berlin, 7. Oktober.

Mein lieber Freund,

Dein Brief ist im Ganzen recht erfreulich, – mit Ausnahme von Kopfschmerzen und Ohrenklingen, gegen die ich Dir leider nicht helfen kann. Das spielt in Deinem Leben offenbar dieselbe Rolle, wie Benedikt in dem meinen. Es scheint, daß zu jedem Leben ein wenig Benedikt gehört.
Gegen ein Auftreten Olgas bei Salten wäre ich entschieden. Soll ihr für alle Zeiten die  Überbrettl-Marke aufgeprägt werden? Das Programm der Saltenschen Unternehmung, das ich heut in der N. Fr. Pr. lese, ist ein großer Kuddelmuddel. Der Mann scheint absolut nicht zu wissen, was er will.
»Lebendige Stunden« ist ein hübscher Titel. |Aber er sagt mir nichts. Warum »lebendig«? Warum »Stunden«? Und Worte ohne Sinn zu gebrauchen, blos weil sie schön klingen, ist doch gar zu Hoffmannsthalisch.
Ich sah neulich »Einsame Menschen« und war starr über die Talentlosigkeit. Ich begreife Euch nicht, daß Ihr diesen Menschen auch nur einen Augenblick ernst nehmen könnt.
Ein sehr schönes Stück ist »Die Hoffnung« von Heyermans. Der Verfasser ein Jude, – reichen Rheders Sohn. Die Berliner Kritik hat das Stück verrissen, – Allen voran Kerr, der doch zu Zeiten enervirend verständnißlos ist.
Was Glümers anlangt, so bin ich nicht beleidigt, sondern erbittert. |Ich verzeihe Alles, nur keine Ungezogenheiten. Gratulirt habe ich nicht, und ich werde auch nicht gratuliren.
Die Triesch ist unglücklich, wird falsch beschäftigt und sehnt sich nach Deinen Stücken. Ist mir im Übrigen zuwider, weil sie gerade die zwei Typen repräsentirt, die ich nicht vertragen kann: den der Jüdin und den der Komödiantin.
Sage dem Richard, daß die Frau Professor Döpler sich mit Morphium vergiftet hat, um den unerträglichen Schmerzen zu entgehen, die ihre unheilbare Krankheit ihr bereitet hat.
Wollen wir dem Peter Dorner nicht zusammen das Werk über die »Deutsche Schmiedekunst« schenken? Du 22 MK und ich 22 MK.
|Lies’ in der letzten »Zukunft« den geistvollen Aufsatz »Physiologie des Kunstempfindens«.
Viele herzliche Grüße an die Mädels und an Dich.
Dein
Paul Goldmann.
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar