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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 2. 9. 1891
Salten, Felix
Miskolc
Empfang: [3. 9. 1891 – 7. 9. 1891?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 89, A 1
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 1.916 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, lateinische Kurrentschrift
Zufügungen
Ordnung mit Bleistift von unbekannter Hand nummeriert: »5«

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Felix Salten an Arthur Schnitzler, 2. 9. 1891. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L03103.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L03103«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Mittwoch, 2. 9. 1891

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Kulturveranstaltungen
Weiteres

Felix Salten an Arthur Schnitzler, 2. 9. 1891

|Miskolcz, 2. September 91
Lieber Freund! Vor allem, wie geht es Ihnen? was machen Sie? und was hat sich ereignet? –
Ich sitze unter der Hängelampe – gut, habe eine langweilige Fahrt gehabt, Umstände u. Nachzahlung wegen des Hundes. Mit einem Kondukteur, der nicht deutsch sprach, gestritten, – in irgend einen Csaba oder Becse oder so was eine Ziege für einen ungrischen Ochsen angesehen, – Reiseeindrücke – wissen Sie, = Becher!
|Hier lebe ich famos. Heute mit einem neu von Papa gekauften Wagen u. neuen Pferden in’s Bad Tapolcz gefahren. Prachtvolles Land ist das wol hier, aber die Menschen sollte man ausrotten.
Eine grausige Idee: Mich hat es gequält, dass wir an so vielen Alleen, Heerstraßen u. Brücken, die fern am Horizont sichtbar waren, vorbeifuhren, u. ich immer denken musste, dass ich in meinem Leben nie durch diese Allee od. über jene Brücke gehen werde.
|Aus Mödling bekomme ich die frappirendsten Briefe. Ich hätte nicht gedacht, dass sie mich wirklich noch so lieb hat. Mir geht es in dieser Hinsicht sehr gut.
Hier ist eine hübsche Orpheum-Sängerin. Von dem Weib habe ich Ihnen viel für uns psychologisch Interessantes zu erzählen.
Gestern soupirte ich mit ihr u. meinen Brüdern. Sie sehen also, dass die Hängelampe nach 10 Uhr verlöscht – natürlich brannte sie in aller Ruhe wieder, |da wusste man das Ereignis in ganz Miskolcz u. erzählte sich, dass die »schöne Makay Paula die Einladung eines Hußaren-Rittmeisters ausgeschlagen, u. meine angenommen.«
Wäre ich jetzt bei Ihnen, u. könnte die illustrirende Geste dazu machen, würde ich sagen: »Famoses Mädel, – fliegt damisch auf mich!«
Übrigens, das ganze Milieu des Orpheums (wir luden auch einige ihrer Collegen ein) ist sehr interessant.
Wie gerne hätte ich Sie jetzt hier!
Bitte, schreiben Sie mir ausführlich, verzeihen Sie die abgehackten Sätze, sie sind nicht Manier, sondern letztlich eine Folge der Eile, in der ich schreibe.
Bald mehr, schreiben Sie gleich. Ihr aufrichtiger
Salten
    Bildrechte © University Library, Cambridge