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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 17. 8. 1892
Salten, Felix
Unterach am Attersee
Empfang: 19. 8. 1892
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 89, A 1
Typ Brief
Beschreibung Handschriftliche Abschrift, 2 Blätter, 5 Seiten, 2.156 Zeichen
Handschrift Bleistift, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Ordnung mit Bleistift von unbekannter Hand nummeriert: »16«

Textqualität

Diese Abschrift wurde noch nicht ausreichend mit dem Original abgeglichen. Sie sollte derzeit nicht – oder nur durch eigenen Abgleich mit dem Faksimile, falls vorliegend – als Zitatvorlage dienen.

Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Felix Salten an Arthur Schnitzler, 17. 8. 1892. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L03112.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L03112«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Mittwoch, 17. 8. 1892

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Briefe mit Autorinnen und Autoren
Wiener Schnitzler
Weiteres

Felix Salten an Arthur Schnitzler, 17. 8. 1892

|(Brief von F. S.–), Unterach, 17/8. 1892
Abschrift (1/3 907.)
 
Verehrtester! Ich bin durch das was ich die ganzen Tage hier durchlebt, wirklich für mein Vergehen hart gestraft, und nicht zuletzt ist es Ihre Güte, die mich fast ganz zu Boden drückt. Glauben Sie mir – und Sie können mir jetzt glauben, – ich stehe vor mir selber wie vor einem Rätsel! Ich will sehr kurz sein, Ihnen keine Phrasen machen. Erlassen Sie mir bitte, ein detailliertes Geständ|nis. Nehmen Sie als Wahrheit an, dss ich Alles wieder gut machen werde u. es immer wollte, dss aber nicht Alles, was Sie mir jetzt zuschreiben, auf mein Kerbholz kommt. Könnte ich Ihnen sagen, wie ich gelebt, wie meine häuslichen Umstände waren, Sie würden manches begreifen, vielleicht auch mehr als ich selbst davon begreifen kann.
Ich weiss, dss ich nun bei jedem andern Menschen das Vertrauen verloren hätte, allein ich weiss auch, dss ich selbst bei Ihnen nicht |auf das »frühere Verhältnis« hoffen darf, allein das Eine will ich Ihnen sagen, dss mir jetzt zu trauen ist wie nur irgend Einem, dss ich auch gute Keime in mir trage, die nicht vernichtet werden sollen, u dassolange ich denken u fühlen kann mein Geist u meine Seele unzerbrüchlich Ihnen zu eigen bleibt.
Es mag das erstgradig klingen, doch kommt es mir zu sehr aus tiefinnerstem erschüttertem Gemüth, als dss ich es stilisiren könnte.
Ich mache keinen Versuch der Entschuldigung, keinen Ihre Vertraulichkeit wieder zu er|langen, allein ich ersehne den Tag, an dem Sie mich wieder genug schätzen, um meine Freundschaft zu erproben.
Verzeihen Sie dss dieser Brief auf sich warten liess. Solange ich ganz verzweifelt war, konnte ich Ihnen nicht schreiben, – ich hatte auch andres im Sinne, nun bin ich wieder etwas gefasster, u es bleibt mir nur die eine Bitte, dass das Geschehene zwischen uns an keinen Dritten verlaute. Ich habe zwar kein Recht darauf, allein ich kann mirs noch erwerben. Ich bitte Sie um nichts als mir zu schreiben, ob das ssein soll, oder ob ein |Dritter bereits darum weiss
Werden Sie mir das mittheilen?
Ich bleibe indessen ich ihrer Antwort harre, wie man nur je einen Brief voll Sorge u Aufregung erwartet,
Ihr  Felix Salten
17/VIII 92
    Bildrechte © University Library, Cambridge