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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 3. 4. [1901]
Goldmann, Paul
Berlin
Empfang: [4. 4. 1901 – 8. 4. 1901?]
Gussmann, Olga
Wien?
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.NZ85.1.5247
Typ Brief
Beschreibung 2 Blätter, 6 Seiten, 2.393 Zeichen
Handschrift blaue Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Ordnung mit Bleistift von Arthur Schnitzler das Jahr »1901.« vermerkt

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Paul Goldmann an Olga Gussmann, 3. 4. [1901]. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L03525.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L03525«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Mittwoch, 3. 4. 1901

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Briefe mit Autorinnen und Autoren
Wiener Schnitzler
Kulturveranstaltungen
Kulturveranstaltungen
Weiteres

Paul Goldmann an Olga Gussmann, 3. 4. [1901]

Berlin, 3. April.

Liebes Fräulein Olga,

Schön, schön und schön! Und ich habe doch Recht! Und wenn Sie werden so grob mit mir sein, so werde ich bei Ihrem ersten Auftreten in Berlin eine schlechte Kritik über Sie schreiben! Oder ihnen sonst etwas Furchtbares anthun! Und wenn alle Menschen einsam sind (was übrigens nicht wahr ist), so will ich es nicht sein, Himmelkreuzschockschwerenoth! Und wenn alle Frauen eine Bagage sind, so will ich doch eine haben, schon um auf |sie schimpfen zu können! Und mein Feuilleton kam von Herzen und es war gut; denn es ist keine Kleinigkeit, den Gedankeninhalt eines so gewaltigen Werkes zu entwickeln, zumal wenn man gezwungen ist, Manches zu sagen, was der Autor sich selbst nicht gedacht hat! Und wenn es Ihnen nicht gefallen hat, so haben Sie mich eben nur wieder einmal unterschätzt! Im Übrigen ist es sehr lieb von Ihnen, daß Sie mir geschrieben haben, wie Sie schreiben. Vom Leben aber |wissen Sie lange nicht so viel, als Sie sich einbilden. Und es wäre sehr schön, wenn ich in Wien wäre und Sie Beide öfter sehen könnte; ich würde wahrscheinlich weniger Grillen fangen! Und es ist unerhört, daß ich heut schon wieder Ihnen schreiben muß, statt Ihrem Schwesterchen, wie ich eigentlich vorhatte.
So, und jetzt reden wir vernünftig!
Dieses kleine Fräulein Liesl sitzt ahnungslos in Wien und weiß nicht, daß hier über ihr |Schicksal verhandelt wird. Vorgestern Abend war ich mit Wolzogen zusammen. Es wurde über Neuengagements für das »Überbrettl« gesprochen, und ich stellte mit großer Energie die Candidatur Ihrer Schwester auf. Wolzogen hat ein Vorurtheil gegen die Wiener Art, zu spielen, und ich weiß nicht, ob es mir gelingen wird, dieses Vorurtheil zu zerstreuen. Das beste Mittel wäre Fräulein Liesls persönliches Erscheinen. Ich frage also: Könnte diese |nacherwähnte junge Dame, falls die Sache ernst wird, auf einige Tage nach Berlin kommen? Könnte sie eventuell gleich ins Engagement gehen? Ich betone: Diese Fragen sind vorläufig rein akademisch; und es ist noch sehr unsicher, ob die Sache sich wird praktisch verwirklichen lassen.
Weitere Frage: wissen Sie einen für heiteren Gesang begabten jungen Mann, |Tenor oder Baryton, ebenfalls fürs »Überbrettl«?
Bitte um rasche Antwort!
Die Glümer ist auf dem Wege der Genesung. Sie hat vor einigen Tagen das Sanatorium verlassen.
Und nun schönen Dank für Alles! Und seien Sie sammt dem Schwesterlein herzlichst gegrüßt von
Ihrem ergebenen
Dr. Paul Goldmann.
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar