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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 4. 11. 1924
Zweig, Stefan
Salzburg
Empfang: [5. 11. 1924 – 9. 11. 1924?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 118
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 2 Seiten, 1.370 Zeichen
Handschrift blaue Tinte, lateinische Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler 1) mit Bleistift »Zweig«
2) mit rotem Buntstift drei Unterstreichungen
Veröffentlichung 1
Stefan Zweig: Briefwechsel mit Hermann Bahr, Sigmund Freud, Rainer Maria Rilke und Arthur Schnitzler. Herausgegeben von Jeffrey B. Berlin, Hans-Ulrich Lindken, Donald A. Prater. Frankfurt am Main: S. Fischer 1987, S. 419.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Stefan Zweig an Arthur Schnitzler, 4. 11. 1924. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L03669.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L03669«.

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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Dienstag, 4. 11. 1924

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Kulturveranstaltungen
Kulturveranstaltungen
Weiteres

Stefan Zweig an Arthur Schnitzler, 4. 11. 1924

Salzburg 4. Nov. 1924
Lieber verehrter Herr Doktor, ich bin schwer in Arbeit – aber ich muss mich für eine Minute unterbrechen, um Ihnen zu sagen, wie ausserordentlich ich ihre Novelle in der »Neuen Rundschau« finde: eine trouvaille in der Technik der Novelle, spannend, aufwühlend, ganz ins Tragische aus kleinem Präludium aufsteigend. Ich wüsste kein Wort darin zu ändern – einzig für die Buchausgabe eine Zahl. 50 000 Gulden 100.000 Friedenskronen – das war eine Summe, die ein Rotschild kaum seinem Brüder a fond perdu lieh. Gieng es Ihnen nicht da wie Jacob Wassermann in der Ulrike Woytech, dass unsere Erinnerungsgefühle an Geld auch schon inflationiert sind? Gerade weil es ein entfernter Bekannter aus dem Mittelstand ist, schien mir die Summe grotesk hoch – ich verstehe, dass |Sie für die seelische Motivation eine hohe Summe brauchten – uns klingt 10 000 Kronen heute wie ein »Fetzen« war aber doch schon als Leihgeld unerhört viel. Ich kam auf diesen Kleinkram zu reden, weil ich selbst bei einer (unveröffentlichten) Arbeit den Widersinn spürte, zehn Kronen zu einer Entscheidung über ein Schicksal zu machen: aber es gab damals Katastrofen wegen fünfzig Heller. Wo ist die Zeit!
Wie habe ich mich gefreut an Ihrem Werk, wie an der Überraschung, die mir trotz aller alten Liebe, alles guten Vertrauens, dieser Aufstieg war!
Seien Sie innigst beglückwünscht von Ihrem ergebenen
Stefan Zweig
    Bildrechte © University Library, Cambridge