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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 15. 5. 1897
Plessner, Elsa
Wien
Empfang: [16. 5. 1897 – 20. 5. 1897?]
Schnitzler, Arthur
Paris
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, 85.1.4198
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 3 Seiten, 1.936 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, lateinische Kurrentschrift
Veröffentlichung 1
Hermann Bahr, Arthur Schnitzler: Briefwechsel, Aufzeichnungen, Dokumente (1891–1931). Herausgegeben von Kurt Ifkovits, Martin Anton Müller. Göttingen: Wallstein 2018, S. 142–143.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Elsa Plessner an Arthur Schnitzler, 15. 5. 1897. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L03695.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L03695«.

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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Samstag, 15. 5. 1897

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Schnitzler/Bahr
Wiener Schnitzler
Kulturveranstaltungen
Gedruckte Briefwechsel

Arthur Schnitzler an Olga Waissnix, 15.5.1897

Quelle: Arthur Schnitzler und Waissnix, Olga: Liebe, die starb vor der Zeit. Ein Briefwechsel. Mit einem Vorwort von Hans Weigel. Mit 16 Seiten Kunstdruckbildern. Hg. v. Therese Nickl und Heinrich Schnitzler. Wien, München, Zürich: Verlag Fritz Molden 1970. (PDF: https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at)

Kalliope Verbundkatalog
Weiteres

Elsa Plessner an Arthur Schnitzler, 15. 5. 1897

Verehrter Herr Doctor!

Besten Dank für Ihre liebenswürdigen Zeilen aus Paris, von wo ich Sie wieder zurückgekehrt glaube. Da Ihre dortige Adresse mir – zu Ihrem Besten – unbekannt war, sparte ich mir den allerherzlichsten Dank für Ihre gütige Intervention bei H. Bahr – bis jetzt auf. Es ist Ihnen sicherlich schon sehr langweilig, dass ich mich in jedem Brief an Sie bedanke – aber wenn Sie mir immer Grund dazu geben? – –
Ich war in großer Angst und |Aufregung, als ich von der Pariser Unglücksgeschichte hörte, Sie in dem verbrannten Gebäude fürchtend – – – na – andere Leute, die mich interessieren, kenne ich in Paris nicht. Hoffentlich sind Sie heil und wohl wieder hier eingetroffen – – – Ich sitze – – bei 0° R. und unendlichem Regen in der »Sommerfrische« – – alle gerechten Menschen seien davor behütet!! Bedauern Sie mich, verehrter Herr Doctor! Ich bin einmal ein unglückliches Geschöpf. Schreiben thue ich jetzt gar nichts!! – Kann nicht!! – Malheur oder Glück!?
|Beiliegend ein kleiner Einfall! – Habe mir Mühe gegeben, nicht »schlampig« zu arbeiten. Ich hoffe auf Ihren Beifall! – Bin neugierig, wann und ob ich einmal eine Arbeit zu Ihrer rückhaltlosen Anerkennung bringen werde. »Meine Freundin Clotilde« vermeidet alle wissentliche Affectation – – – negativer Vorzug – Positiv? – Bilanz!? – – Ich bin jetzt furchtbar ängstlich in der Arbeit – darum geringe Lust dazu! Ist ja doch Stroh!! – Außer mir hat Keiner Freude davon und in fünfzig Jahren? – – –. Grau – grau – aber keine Theorie – leider die Praxis! – – Doch Sie kommen aus Paris! und haben wahrscheinlich keine mitschwingende Saite für die Klage aus dem Sievringer Wald. – Ich brauchte ein bisschen moralisches »Paris«–! d. h. um- und aufgekrempelt zu werden. Weinen Sie, wenn Sie wollen und lachen Sie, wenn Sie können über Ihre
ElsaPlessner.
P. S. Causa H. Bahr ist noch nicht erledigt. Vielmehr »gläserner Käfig« hinzugekommen. Doppelt hält besser.
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar