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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 14. 4. 1896
Plessner, Elsa
Wien
Empfang: [14. 4. 1896 – 17. 4. 1896?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.1985.1.419
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 3 Seiten, 2.065 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, lateinische Kurrentschrift

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Elsa Plessner an Arthur Schnitzler, 14. 4. 1896. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L03700.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L03700«.

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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Dienstag, 14. 4. 1896

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Kulturveranstaltungen
Traumtagebuch

Traum vom 14. April 1896

Quelle: Arthur Schnitzler: Träume. Das Traumtagebuch 1875–1931. Herausgegeben von Peter Michael Braunwarth und Leo A. Lensing. Göttingen: Wallstein 2012 (Bibliothek Janowitz, Bd. 20)

Weiteres

Elsa Plessner an Arthur Schnitzler, 14. 4. 1896

|Wien, den 14. April 1896 Bäckerstraße No 1.

Verehrter Herr Doctor!

Durch andauernde Unpässlichkeit war ich lange verhindert, Ihnen meinen aufrichtigen Dank für die große, große Liebenswürdigkeit auszusprechen, die Sie mir in so reichem Maße zu Theil werden lassen. Nun haben Sie mich aber ein wenig verwöhnt und ich wage es, Ihrem Wohlwollen eine abermalige Belastungsprobe zuzumuthen. – Beiliegend übersende ich Ihnen das Manuscript einer Novelle, d. h. blos das Gerüst und Gerippe zu einer solchen, indem ich Sie herzlichst bitte, diesen Blättern eine doppelt destillierte Aufmerksamkeit zu widmen. Ich glaube nämlich, damit einen etwas ungebahnten Weg betreten zu haben und möchte von Ihnen erfahren, ob der eventuelle literarische Wert die Kühnheit der Arbeit rechtfertigen kann. –
Kehren Sie sich, bitte, nicht an das, stellenweise etwas tote Papierdeutsch, das |sich in diesem Entwurfe, wie ich ja selbst genau weiß, noch vorfindet, sondern sehen Sie die Sache als Ganzes an. Es soll nämlich eine größere Novelle werden, zu deren Ausführung ich mir vorliegende Disposition gemacht habe, um den Gang und die Stimmung festzuhalten und theilweise auch den Stil. Die Ausführung ist so gedacht, dass, wenn ich z. B. an einer Stelle von dem »behäbigen Dutzendbengel« spreche »der kleine Backfische ganz gut leiden mag«, ich dies nicht blos erzählen, sondern scenisch ausmalen will.
Der »Ich«ton ist, wie ich glaube, der hier einzig mögliche, um die seelischen Feinheiten herauszubringen. Die Characterisirung der andern, der Männerfigur lässt sich durch die Heldin selbst ganz gut bewerkstelligen, denn sie notirt ja sein Reden und Verhalten und hauptsächlich ist es mir doch darum zu thun, die Wirkung |seiner Person auf sie zu zeigen – und das thut sie ja selbst in diesen Aufzeichnungen! – Nun, Sie werden ja selbst sehen!
Und somit danke ich Ihnen, meinem verehrten literarischen Beichtvater, für die Geduld, mit der Sie diese Zeilen durchlesen (falls Sie bis hierher kommen) und schließe mit nochmaliger Empfehlung dieser Blätter an Ihre erwiesene Güte dankbar ergebenst
Elsa Plessner.
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar