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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 26. 2. 1900
Plessner, Elsa
Wien
Empfang: [26. 2. 1900 – 1. 3. 1900?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.1985.1.419
Typ Brief
Beschreibung 2 Blätter, 5 Seiten, 2.129 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, lateinische Kurrentschrift

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Elsa Plessner an Arthur Schnitzler, 26. 2. 1900. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L03725.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L03725«.

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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Montag, 26. 2. 1900

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Kulturveranstaltungen
Weiteres

Elsa Plessner an Arthur Schnitzler, 26. 2. 1900

den 26. Februar 1900

Verehrter Herr Doctor!

Ich hoffe, dass Sie nicht lachen werden, wenn Sie diesen Brief zu Ende gelesen haben. Sie werden wahrscheinlich lächeln – aber das macht nichts.
Aus den morgigen Blättern werden Sie entnehmen, dass ich meine bis heute sorgfältig gehütete Anonymität aufgegeben habe – weil die Première in die nächste Saison verschoben wurde und Bloch mich gedrängt hat – |aber das ist Nebensache. –
Hauptsache ist, dass Sie aus dem Titel »Die Ehrlosen« gewiss errathen haben, dass das vom Volkstheater angenommene Stück – – dasselbe ist, dasselbe, das Sie mir im vergangenen Jahr so furchtbar verdonnert haben. Darum hab ich auch letzthin Angst gehabt – es Ihnen zu gestehen. Für heute fühle ich mich so gewissermaßen gedrängt, Ihnen zu versichern, dass ich auch heute, nachdem man sich hier und in Berlin ziemlich viel von der Arbeit |verspricht, ziemlich im Klaren bin über den wahren literarischen Wert des Stückes – d. h. dass meine Ansicht darüber nicht allzu sehr von der Ihren abweicht. Aber – Sie wissen beim Theater weiß man nie etwas – und hoffentlich wird nicht diese unsere wahre Meinung vom Publicum getheilt werden. Ich bitte Sie vielmals, das nicht für Arroganz oder Pose zu halten, dass ich Ihnen das sage – ich glaube, dass ich weder das Eine, noch das andere Ihnen gegenüber |nöthig habe. Dass ich Ihnen letzthin aus heiler Haut mein neues Stück schickte, soll Sie überzeugen, dass mich selbst ein eventueller Erfolg der »Ehrlosen« nicht auf den Holzweg locken soll, den ich damit eingeschlagen habe. Sie sehen – ich habe echten, aufrichtigen literarischen Ehrgeiz und wenn ich auch nicht den Heroismus besitze, mit einem, wenn auch minderwerthigen Stücke in dem doch ziemlich hochstehenden Theater aufgeführt zu werden – als eine teuflische Versuchung von mir zu |weisen, so weiß ich doch ganz gut, dass das äußerliche Emporkommen noch nichts bedeutet, wenn nicht – ja wenn nicht u. s. w. Was ich also Ihnen jetzt als Beichtgeheimnis anvertraue, soll mich nur in Ihren Augen reinwaschen und wenn Sie nicht schlecht von mir denken, so werden Sie sehr erfreuen Ihre Sie stets hochverehrende
Elsa Plessner.
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar