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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 19. 3. 1923
Schnitzler, Arthur
Wien
Empfang: [20. 3. 1923 – 22. 3. 1923?]
Zuckerkandl, Berta
Paris
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, HS.1985.1.2282
Typ Brief
Beschreibung Durchschlag, 1 Blatt, 2 Seiten, 2.522 Zeichen
Herstellung Schreibmaschine
Handschrift roter Buntstift, lateinische Kurrentschrift (beschriftet: » Zuckerkandl «, zwölf Unterstreichungen)

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Arthur Schnitzler an Berta Zuckerkandl, 19. 3. 1923. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L03946.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L03946«.

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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Montag, 19. 3. 1923

Aufenthaltsorte
Arthur Schnitzler digital (Werke 1905–1931)
Arthur Schnitzler digital (Werke 1905–1931)
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Schnitzler – S. Fischer
Mikroverfilmung des Nachlasses

Mappe A141

Datumsangabe auf Blatt von Fräuein Else: »…wär doch zu schlimm, wenn…«

Kalliope Verbundkatalog
Weiteres

Arthur Schnitzler an Berta Zuckerkandl, 19. 3. 1923

|19. 3. 1923.

Liebe und verehrte Frau Hofrätin.

Um zuerst einmal Ihre Frage betreffs England zu beantworten: »Liebelei« ist dort im Jahre 1907 aufgeführt worden, der »Grüne Kakadu« 1909, das »Märchen« 1911, der »Anatol« 1911. Ja sogar eine Anatol-Operette, über die mir nichts Näheres bekannt ist im Jahre 1912. Der »Anatol«-Zyklus ist in festen Händen, »Liebelei«, »Märchen« und »Der grüne Kakadu« sind aber meiner Auffassung nach wieder ganz zu meiner freien Verfügung, da ja die Autorisationen abgelaufen und jene alten Uebersetzungen – ich habe keine Ahnung, wer sie gemacht hat – längst nirgendmehr gespielt werden. Immerhin müsste man die Herren Brown & Co. auf die Tatsachen aufmerksam machen. Vor einigen Jahren wurde durch Fischer über »Bernhardi« und auch über »Liebelei« vor einigen Monaten auch von Karczag über »Liebelei« verhandelt, ohne dass Resultate erzielt wurden. Unter diesen Umständen würde also ein Verleger in England ein reiches Feld finden. Was die Bedingungen anbelangt, so werden hier wohl Besnard und Geraldy am besten raten können. Wegen »Zwischenspiel« bewirbt sich eben Spachner, Frau Kalisch, die vorläufig nur die Rechte für Amerika erworben hat. Ich würde das »Weite Land«, »Komödie der Worte«, »Bernhardi«, »Lebendige Stunden«, »Liebelei« zur Erwägung geben.
Für Ihre bisherigen Bemühungen, verehrteste Frau Hofrätin, mit Mme. Cabir und M. Hella sage ich Ihnen vielen Dank. Ich freue mich, dass Sie bald wiederkommen werden. Sie haben hier allerlei mehr oder weniger interessante Thaterereignisse versäumt, über die Sie wohl schon Bericht haben werden. »Der Unbestechliche« war ein grosser Erfolg für Pallenberg und ein ganz guter für Hugo. In meinen Angelegenheiten gibt |es nicht viel Neues, an die geschäftlichen Aergerlichkeiten gewöhnt man sich, wie an chronische Uebel. Ein paar neue, nicht uninteressante Amerikaner habe ich kennen gelernt, von denen ich Ihnen mündlich mehr erzähle, ein paar Mal war ich bei Alma, so gestern Mittag mit Hofmannsthal, Saltens, Molls, Pallenberg mit der Massari, die beide ich erst bei dieser Gelegenheit kennen lernte. Es war sehr anregend. Nach Tisch aber kamen so viele Leute, dass das Zimmer überquoll. Ich war unter den Ueberquellenden.
Uebermorgen kommt Olga und wird bei Alma wohnen, wie Sie ja wissen. Ich denke wohl, dass sie über Ostern bleiben wird. – Meine Nordlandsreise ist noch unsicher, vielleicht begnüge ich mich mit Dänemark allein.
Darf ich Sie bitten mich Ihrer Frau Schwester bestens zu empfehlen. Sie aber, liebe und verehrte Freundin, seien aufs Herzlichste gegrüsst von
Ihrem dankbar ergebenen
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar