für Ihre ganz außerordentliche Liebenswürdgkeit danke ich Ihnen etwas verspätet, denn
Ihr Brief ist mir erst gestern hier,
in Skodsborg zugestellt worden, wo ich seit ein paar Wochen bin. So konnte es sich fügen, dass ich Georg Brandes gerade an dem Tag, wo mir durch Sie |der Wortlaut seiner Bemerkung über mich vermittelt
wurde, persönlich kennen lernte. Ich habe gestern bei ihm drei
höchst angenehme Stunden verbracht und viel amusantes von ihm erfahren, das nie in
eine Literaturgeschichte kommen wird, umso literarische
Größen es sich auch gehandelt hat.
Was Sie, verehrtes Fräulein |mir von Ihren eignen Ansichten über die L. mittheilen, ist viel weniger, als ich gerade von
Ihnen gern vernommen hätte. Es wird sich vielleicht doch heuer in Wien Gelegenheit ergeben,
über das und auch über manches andre mit Ihnen zu reden; denn
wie hoch ich die Klarheit ihres Urtheils und die ruhige Einfachheit schätze, mit der
Sie es immer |auszudrücken wissen, brauch ich Ihnen
wohl nicht erst zu versichern. In der letzten Zeit habe ich so wenig von Ihnen zu Gesicht bekommen; jetzt wird man hoffentlich bald wieder mehr von Ihnen lesen können.
– Auch für ihre freundlichen Wünsche herzlichsten Dank; sie erschienen im rechten
Moment!
Mit verbindlichsten Grüßen
Ihr Sie aufrichtig hochschätzender
Arthur Schnitzler
Ihr Sie aufrichtig hochschätzender
Arthur Schnitzler
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