|mein lieber Herr Rilke, es ist kaum denkbar, schöner über mein
kleines Stück auszusprechen,
als Sie in Ihrem letzten Briefe gethan, und ich danke Ihnen
herzlich für Ihr Verstehen und für Ihre Freundschaft.
Mit der Zusendung Ihres Buches haben Sie mir Freude gemacht. Die erste Skizze kannte ich schon aus den Flugblättern; sie scheint
mir |geistreicher als lebendig. Die Novellette »Der Liebende« sähe ich am liebsten als Einakter.
Ich glaube es bräuchte nicht viel, um ein sehr feines Drama draus zu machen.
Vielleicht nur einige Striche. – Die »Letzten«
haben mir auch direkt einen Fehler, um den Sie von manchen
beneidet werden könnten. Es ist zu viel drin – ein letztes
Kapitel, in das Sie den Inhalt |alles des vorhergegangnen,
verschwiegnen hineindrängen wollten. So sind sie nicht durchaus zur
höchsten Klarheit gekommen. Allerdings war das auch nicht Ihre
Absicht.
Wie gern möcht ich noch mehr und über allerlei andres mit Ihnen reden – mit Ihnen:
das heißt: auch gleich Ihre Gegenrede hören. Kommen Sie nicht wieder einmal nach Wien? |Oder wenigstens
nach Berlin (wo ich Anfang Jänner sein dürfte?) Auf Ihr Stück bin ich schon durch Berger gespannt worden, der
mir neulich davon gesprochen hat.
Ich grüße Sie vielmals und herzlich.
Auch Ihrer verehrten Frau danke ich für die freundliche Theilnahme an meinen Sachen.
Ihr Arth Schnitzler
Auch Ihrer verehrten Frau danke ich für die freundliche Theilnahme an meinen Sachen.
Ihr Arth Schnitzler
Wien, 7. 12. 901.
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