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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: [12. 11. 1894]
Fels, Friedrich M.
Wien
Empfang: [12. 11. 1894 – 16. 11. 1894?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.NZ85.1.2956
Typ Brief
Beschreibung 2 Blätter, 2 Seiten, 1.688 Zeichen (auf Bürstenabzug)
Handschrift schwarze Tinte, lateinische Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler 1) mit Bleistift datiert: »12/11 94« und nummeriert: »19« bzw. auf dem zweiten Blatt »19a«.
2) mit rotem Buntstift eine Unterstreichung

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Friedrich M. Fels an Arthur Schnitzler, [12. 11. 1894]. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L00401.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L00401«.

Wikipedia-Vorlage
{{Internetquelle |url=https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L00401.html |titel=Friedrich M. Fels an Arthur Schnitzler, [12. 11. 1894] |werk=Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren |hrsg=Martin Anton Müller mit Gerd-Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke |sprache=de |datum=1894-11-12 |abruf=2026-06-18 }}
Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Montag, 12. 11. 1894

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Weiteres

Friedrich M. Fels an Arthur Schnitzler, [12. 11. 1894]

|Lieber Doktor Schnitzler!

Da ich gerade ein paar Minuten Zeit habe, will ich Ihnen eine Unterredung berichten, die ich heute abend mit meinem Philister hatte; vielleicht haben Sie ein paar Sekunden Zeit, sie zu lesen.
Auf der Strasse las mich der Herr auf und begann, über schlechten Geschäftsgang zu reden, um mich zu fragen, wie eigentlich »mein Geschäft« gehe. Darauf erbot er sich, da er in der hiesigen Journalistik Beziehungen habe, meinetwegen anzufragen; jedenfalls werde er möglichst bald mit Jak. Herzog reden, dem Hrsg. der Montagsrevue, mit dem er sehr gut stehe.
Dann kamen wir auf die Korffsche Denunziation, wobei er mir mitteilte, in letzter Zeit sei niemand von der Polizei meinetwegen bei ihnen gewesen, doch drei Tage nach meinem Einzug, also vor fünf Wochen, sei ein Herr erschienen, habe sich seiner Schwägerin, die allein zu Hause gewesen, als Polizeikommissär (??!) vorgestellt und erklärt, er müsse sie vor mir warnen, da ich ein stadtbekannter Schwindler sei. Ihn (dem Philister) habe dieses Anzeige nicht bekümmert; weil er ihr nicht geglaubt habe.
Nun – so viel dürfte sicher sein: ein Kommissär war der Herr nicht, denn ein solcher geht nicht zu den Leuten, sondern lässt sie zu sich kommen; ein Detektiv auch nicht, denn der |hätte seinen Adler vorgezeigt und sich ausserdem nicht für einen Kommissär angegeben. Ausserdem, wenn die Polizei bereits seit 5 Wochen auf mich aufmerksam gemacht wäre, wäre es unerfindlich, weshalb ich jetzt erst zitiert worden bin. Es kann also nur eine Privatperson gewesen sein, die sich den Polizeititel angemasst hat. Wer sie aber war oder von wem sie geschickt worden ist, das ist mir kein Rätsel. Früh übt sich, wer ein Meister werden will.
Besten Gruss
Fels
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar