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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 28. 5. [1899]
Goldmann, Paul
Frankfurt am Main
Empfang: [29. 5. 1899 – 2. 6. 1899?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.NZ85.1.3169
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 3 Seiten, 2.603 Zeichen
Handschrift blaue Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler 1) mit Bleistift das Jahr »99« vermerkt
2) mit rotem Buntstift drei Unterstreichungen

Textqualität

Diese Abschrift wurde noch nicht ausreichend mit dem Original abgeglichen. Sie sollte derzeit nicht – oder nur durch eigenen Abgleich mit dem Faksimile, falls vorliegend – als Zitatvorlage dienen.

Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 28. 5. [1899]. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02876.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02876«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Sonntag, 28. 5. 1899

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Schnitzler/Bahr
Wiener Schnitzler
Traumtagebuch

Traum vom 28. Mai 1899

Quelle: Arthur Schnitzler: Träume. Das Traumtagebuch 1875–1931. Herausgegeben von Peter Michael Braunwarth und Leo A. Lensing. Göttingen: Wallstein 2012 (Bibliothek Janowitz, Bd. 20)

Weiteres

Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 28. 5. [1899]

|Frankfurt, 28. Mai.

Mein lieber Freund,

Wieder habe ich den Sonntag abwarten müssen, um eine freie Stunde für einen Brief an Dich zu finden.
Ich danke Dir von Herzen für Deine letzten lieben Briefe, sowie für die Übersendung des »Grünen Kakadu« (das Exemplar ist vornehm und geschmackvoll ausgestaltet) und für die liebe Widmung, die das Titelblatt ziert.
Deine letzten Briefe sind, Gott sei Dank, doch schon etwas ruhiger, ssehr es auch noch in Dir wühlt. Ich habe nur den dringenden Wunsch, Dich endlich auch einmal zu sehen und zu sprechen. Sommerpläne freilich kann ich in diesem Jahre gar nicht machen. Am 15. Juli soll ich für die Zeitung nach Bayreuth, dann nach Paris, um über die Vorarbeiten zur Weltausstellung zu berichten. Ich fürchte, mein ganzer Urlaub geht zum Teufel. Immerhin mußt Du mich stets auf dem Laufenden halten, wo Du bist; vielleicht kann ich doch noch einmal rasch irgendwohin kommen, wo Du Dich aufhältst. Und wenn Du im September nach Frankfurt kommst, bin ich jedenfalls da.
Affaire Thorel. Ich habe keine Ahnung mehr von den getroffenen Abmachungen. Jedenfalls hast Du zum Mindesten Anspruch auf die Hälfte des Honorars, |da Du ihm ja sein ganzes Honorar, das aus den Tantièmen der Aufführungen bestritten werden sollte, als Vorschuß gezahlt hast. Auch den »Kakadu« solltest Du ihm zu übersetzen geben. Er ist als Übersetzer sschlecht, wie alle Andern, hat aber doch wenigstens Verbindungen. . . . . 
Ich erlebe nichts, was mich glücklich und unglücklich zugleich macht, sondern: Es würde ein großes Glück sein, aber ich kann es nicht erleben. Siehst Du: Verlieren, durch das Schicksal verlieren, wie es Dein Loos war, ist furchtbar. Aber nicht besitzen können, durch eigene Schuld nicht besitzen können, ist entsetzlich, und zudem wird man sich selbst verächtlich und zum Ekel. Das läßt sich Alles nicht schreiben; ich sehne mich danach, es Dir zu erzählen. . . . 
Bitte, schreib’ mir bald wieder, wie es Dir geht. Theile mir auch freundlichst die Adresse des Herrn von Hoffmannsthal mit, dem ich mein Buch schicken möchte. Was macht Richard? Ich höre natürlich kein Wort von ihm.
Was sagt Ihr zur »Fackel«? Der Bursch hat Talent. Schade nur, daß er ein solcher Lausbub ist. Denn das Ausmistungs-Werk, das er unternimmt, ist verdienlich. Er sagt treffliche Worte gegen Bauer, Herzl, Bahr, namentlich gegen die »Neue Freie Presse«, und es ist das Traurige an den jetzigen |Wiener Verhältnissen, daß, wenn endlich einmal Jemand kommt, der gegen die Corruption kämpft, er ebenso corrupt ist, wie die Corruption selbst.
Grüß’ mir Schwarzkopf, mit dem Du ja jetzt häufiger zusammen bist.
Ich grüße Dich von Herzen
Dein treuer
Paul Goldmann.
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar