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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 29. 11. [1901]
Goldmann, Paul
Berlin
Empfang: [30. 11. 1901 – 4. 12. 1901?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.NZ85.1.3171
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 1.564 Zeichen
Handschrift blaue Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler mit Bleistift das Jahr »901.« vermerkt

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 29. 11. [1901]. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L03092.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L03092«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Freitag, 29. 11. 1901

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Kulturveranstaltungen
Weiteres

Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 29. 11. [1901]

Berlin, 29. November.

Mein lieber Freund,

»Ungütig«! Du greifst mich an, – greifst mich an der Stelle an, wo ich am Verwundbarsten bin, – da, wo mein Lebensnerv sitzt. Ich wehre mich gegen Deinen Angriff. Und das nennst Du »ungütig aufnehmen«. Das ist ein glänzender Lustspiel-Einfall, und Du sollst Dir ihn aufnotiren.
»Zurechtweisen«. Gewiß, Olga hat mich nicht zurechtweisen |gewollt. Aber sie hat’s gethan. Und was mich ssehr erregte, war, daß ich plötzlich erkennen mußte, wie dieses Mädchen, dem ich in aufrichtigster Freundschaft zugethan bin, die die Freundin meines liebsten Freundes ist, weltenweit davon entfernt ist, mich zu verstehen!
Im Übrigen ist wirklich genug geredet; und es issehr blöd, daß wir uns da gegenseitig allerlei Grobheiten schreiben, wo wir uns doch |wirklich Wichtigeres zu sagen hätten.
Mein lieber Freund, ich kann Dir heut nicht so ausführlich schreiben, als ich möchte. Ich habe wahnsinnig zu thun. In einigen Tagen hoffe ich Zeit zu einem längeren Brief zu finden.
Der »Rothe Hahn« war gräßlich, Wolzogen »Überbrettl« fürchterlich.
Was Du mir über Dein Ohr schreibst, ist betrübend. Aber ich |kann mir nicht helfen, ich habe so eine Ahnung, daß Du mit Deinem Ohrenleiden vielleicht viel weniger zu  schaffen hättest, wenn Du nicht so oft zum Ohrenarzt gingest. Verringerung der Hörweite! Das wechselt, wie alle Sinnesfunktionen bei allen nervösen Menschen. Von der Verringerung der Hörweite müßten doch diejenigen etwas merken, die mit Dir sprechen. Ich habe davon auch nicht das leiseste Anzeichen bemerkt.
Tausend Grüße!
Dein Paul Goldmann.
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar