Einstellungen

Ansicht
Faksimile
Bilder neben dem Text
Textkritik
Textkritische Zeichen
Langes-s (ſ)
Gemination m (m̅)
Gemination n (n̅)
Streichung
Hinzufügung
Markierung von Entitäten
Alle Markierungen
Personen
Werke
Orte
Institutionen
Ereignisse

Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 4. 12. [1901]
Goldmann, Paul
Berlin
Empfang: [5. 12. 1901 – 9. 12. 1901?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.NZ85.1.3171
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 1.165 Zeichen
Handschrift blaue Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Beilage Zeitungsausschnitt (zwei Teile), beschnitten und aufgeklebt
Schnitzler 1) mit Bleistift das Jahr »901« vermerkt
2) mit rotem Buntstift zwei Unterstreichungen

Textqualität

Diese Abschrift wurde noch nicht ausreichend mit dem Original abgeglichen. Sie sollte derzeit nicht – oder nur durch eigenen Abgleich mit dem Faksimile, falls vorliegend – als Zitatvorlage dienen.

Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 4. 12. [1901]. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L03093.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L03093«.

Wikipedia-Vorlage
{{Internetquelle |url=https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L03093.html |titel=Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 4. 12. [1901] |werk=Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren |hrsg=Martin Anton Müller mit Gerd-Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke |sprache=de |datum=1901-12-04 |abruf=2026-06-18 }}
Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Mittwoch, 4. 12. 1901

Aufenthaltsorte
Wiener Schnitzler
Gedruckte Briefwechsel

Moriz Ehrlich an Arthur Schnitzler, 4.12.1901

Quelle: Der Briefwechsel Arthur Schnitzler – Otto Brahm. Vollständige Ausgabe. Hg., eingel. und erl. von Oskar Seidlin. Tübingen: Niemeyer, 1975.

Weiteres

Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 4. 12. [1901]

Berlin, 4. Dezember.

Mein lieber Freund,

Zolltarif im Reichstag. Ich habe keine freie Minute.
Tausend Dank für Deinen lieben Brief.
Über Deine Auslegung, daß Hauptmann eine geistige Krankheit durchmacht, habe ich den Kopf geschüttelt. Warum eine Erklärung |an den Haaren herbeiziehen? Warum das Eigentliche nicht sehen wollen? Wenn Einer geistig leer ist, so ist er immer geistig leer gewesen. Man kann ein Stück verfehlen, man kann aber nicht auf einmal weder Geist noch Talent haben. Und was Deine Ansicht betrifft, Hannele sei für »alle Zeiten« ein schönes Stück, ssprichst Du im Namen von »allen Zeiten« ein künstlerisches Urtheil aus, zu dem »alle Zeiten« Dich gewiß |nicht ermächtigt haben.
Wann kommst Du? Ich freue mich sehr darauf, Dich wiederzusehen.
Hast Du Hirschfelds Feuilleton in der Frkf. Ztg. gelesen? Wenn das Jung-Wiener Theater so erbärmlich war, wie es darin geschildert wird, so kann ich auch der N. Fr. Pr. und dem alten Neuda nicht Unrecht geben.
Ich sende Dir einen Ausschnitt |aus einem Referat Perfalls in der Kölnischen Zeitung, nur damit Du siehst, daß es außer Herrn Ebermann auch noch andere Leute gibt, die meine Ansicht theilen.
Viele treue Grüße!
Dein Paul Goldmann.
 
Hauptmannss Niedergang und die Berliner Litteratur-Tyrannei. In der »Kölnischen Zeitung« lesen wir: » Der Mißerfolg des ›roten Hahns‹, der dem Mißerfolge des ›Michael Kramer‹ folgt, läßt kaum noch die Hoffnung übrig, daß Hauptmann über seine früheren Werke zu einer großen Dramatik aufsteigen wird. Es ist vielmehr ziemlich sicher, daß er bestenfalls sich noch einmal auf halber Höhe aufrichtet, aber der Hauptmann, über den eine ganze Litteratur entstanden ist, der Hauptmann, in dem man die Zukunft des Deutschen Dramas ahnen wollte, dieser Hauptmann ist gewesen, und die deutsche Litteratur geht über ihn hinweg, weil sie schon über manchen kurzlebigen Stern, der an dem Theaterhimmel glänzte, hinweggegangen ist. Aber Hauptmannss Niedergang bedeutet, wie die Dinge einmal liegen, noch mehr. Hauptmann war ohne seinen Willen der große Neuerer, um den sich ein ganzes Programm, eine ganze Bewegung gebildet hat; er war der heimliche Diktator der deutschen Theaterlitteratur. Das alles hat ein Ende, und mit ihm bricht ein Gebäude zusammen, in dem eine ganze Schar schwächerer, aber sehr lauter Geister Obdach gefunden hat. Der Durchfall des ›roten Hahns‹ isso etwas wie ein litterarischer Börsensturz, wie eine Katastrophe, die ihre Wirkung ausüben muß, wenn auch noch frecher als nach dem ›Michael Kramer‹ der Versuch gemacht werden sollte, das deutsche Publikum über die Wahrheit zu täuschen. Die Berliner Litteratur-Tyrannei hat am 27. November ihr Ende gefunden.« –
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar