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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 29. 4. [1902]
Goldmann, Paul
Berlin
Empfang: [30. 4. 1902 – 4. 5. 1902?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.NZ85.1.3172
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 2.108 Zeichen
Handschrift blaue Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler 1) mit Bleistift das Jahr »902« vermerkt
2) mit rotem Buntstift eine Unterstreichung

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 29. 4. [1902]. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L03205.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L03205«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Dienstag, 29. 4. 1902

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Kulturveranstaltungen
Gedruckte Briefwechsel

Otto Brahm an Arthur Schnitzler, 29.4.1902

Quelle: Der Briefwechsel Arthur Schnitzler – Otto Brahm. Vollständige Ausgabe. Hg., eingel. und erl. von Oskar Seidlin. Tübingen: Niemeyer, 1975.

Weiteres

Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 29. 4. [1902]

|Berlin, 29. April.

Mein lieber Freund,

Die »Tägliche Rundschau« hat auch heut Morgen noch nicht für nöthig befunden, nachdem sie in überaus taktloser Weise Deinen Namen genannt und sogar von einem »Fall Schnitzler« gesprochen hat, von Deinem Dementi Notiz zu nehmen. Die »Tgl. Rundschau« ist ein alldeutsches und antisemitisches Blatt und gilt für sehr »literarisch«, ebenso wie der Herr Karl Strecker (der ein germanistischer Schwätzer ist) für einen »vornehmen Kritiker« gilt. Es ist möglich, daß das |Schweigen der Tgl. Rdsch. nur Schlamperei ist, daß der Herr Strecker vielleicht die Angelegenheit in seinem nächsten Referat berühren will. Aber schon dieses Warten, nachdem er das Maul so voll genommen und eine »offene Frage« an Dich gerichtet hat, ist unanständig. Ich bitte Dich daher, ihm in gemessenem Ton einen Brief zu schreiben, Dein Erstaunen über sein ganzes Vorgehen, Dein noch größeres Erstaunen über die Nichtveröffentlichung Deiner Antwort auszudrücken, ihn um sofortige Publikation Deiner Antwort zu ersuchen und die Hoffnung auszusprechen, daß |er Dich nicht dazu nöthigen wird, die Veröffentlichung dieser Antwort, die eine schlicht literarischen Anstandes ist, auf andere Weise zu erzwingen. Wenn das nicht hilft, wirst Du das Blatt selbstverständlich klagen. Hier liegen die Verhältnisse anders als in Österreich, und jedes Gericht wird Dir Recht geben. Ich übernehme die Angelegenheit und besorge Dir einen guten Advokaten. Ebenso würde ich rathen, daß Du bei der Wiener Staatsanwaltschaft Anzeige erstattest. Diesem sauberen Herrn von Jurco muß doch das Handwerk gelegt werden. Auch an die |Direktion des Carl Weiss Theaters solltest Du schreiben und Dir die Nennung des wirklichen Namens des Herrn von Jurco erbitten. Die Direktion hat dem Berliner Tageblatt  auf eine telephonische Anfrage geantwortet, daß sich unter diesem Pseudonym ein Autor aus »guter Wiener Familie« verberge, dessen Namen allerdings die Direktion nicht nennen könne.
Hebe Dir (für den Fall, daß es zum Prozeß kommt) alle Berliner Zeitungen auf, die ich Dir schicke, sowie eine Copie Deines Briefes an Strecker.
Viele treue Grüße!
Dein Paul Goldmann
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar