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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 11. 12. 1894
Herzl, Theodor
Paris
Empfang: [12. 12. 1894 – 16. 12. 1894?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 39
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 3.388 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, lateinische Kurrentschrift
Zufügungen
Ordnung mit Bleistift von unbekannter Hand nummeriert: »17«
Veröffentlichung 1
Theodor Herzl: Briefe und autobiographische Notizen 1866–1895. Bearbeitet von Johannes Wachten in Zusammenarbeit mit Chaya Harel, Daisy Tycho und Manfred Winkler. Berlin, Frankfurt am Main, Wien: Propyläen 1983, S. 560–561 (Briefe und Tagebücher. Herausgegeben von Alex Bein, Hermann Greive, Moshe Schaerf, Julius H. Schoeps, Johannes Wachten, 1).

Textqualität

Diese Abschrift wurde noch nicht ausreichend mit dem Original abgeglichen. Sie sollte derzeit nicht – oder nur durch eigenen Abgleich mit dem Faksimile, falls vorliegend – als Zitatvorlage dienen.

Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Theodor Herzl an Arthur Schnitzler, 11. 12. 1894. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L03838.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L03838«.

Wikipedia-Vorlage
{{Internetquelle |url=https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L03838.html |titel=Theodor Herzl an Arthur Schnitzler, 11. 12. 1894 |werk=Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren |hrsg=Martin Anton Müller mit Gerd-Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke |sprache=de |datum=1894-12-11 |abruf=2026-06-18 }}
Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Dienstag, 11. 12. 1894

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
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Kalliope Verbundkatalog
Weiteres

Theodor Herzl an Arthur Schnitzler, 11. 12. 1894

11. XII. 894

Mein lieber Freund!

Die »Glosse« habe ich Ihnen schon vor mehreren Tagen geschickt.
Ich bin nur schwer wieder in meine Arbeit hineingekommen. Sie hat mir wochenlang einen unsagbaren Ekel eingeflösst – aber ich will Sie nicht mit allen neurasthenischen Erscheinungen meiner Production langweilen. Kurz, ich kann jetzt wieder die Sache in die Hand nehmen und feilen. Die Abschrift wird bald fertig werden. Wenn ich aber fertig bin, soll keine Sekunde versäumt werden. Denn dann wird mir wieder das Warten auf die Entscheidung fürchterlich auf die Nerven gehen. Ich konnte schon Ihr erstes Urtheil nicht erwarten, u. da Ihr Brief einige Tage auf sich warten liess, war ich ganz zapplig. Ich werde mich nun offenbar in Geduld fassen müssen, bis ich eine Entscheidung von den Directoren sehe, aber die Expedition wenigstens soll |nicht um eine Stunde über das Nöthige hinausgezögert werden.
Das Manuscript von meiner Hand kann ich natürlich nicht einreichen. Ich dachte zuerst daran, es hier auf einer Schreibmaschine abzuspielen. Das wäre das Beste, auch das leserlichste. Aber ich könnte das bei mir zu Hause nicht, ohne Aufsehen zu machen. Also will ich mein definitives Manuscript in Wien abschreiben lassen.
Vielleicht könnten Sie sich eine Schreibmaschine ausleihen. Hier gibt die Niederlage der Yost-Maschinen auf 14 Tage bis 3 Wochen Maschinen zur Probe ins Haus. Man kann sie dann zurückgeben u. ich hätte in diesem Fall Trinkgelder gegeben oder versucht ein Leihgeld zu zahlen. Vielleicht können Sie das in Wien auch? Dann wurde ich Sie bitten, von Schick einen intelligenten Abschreiber zu verlangen, der das Spielen auf der Maschine in einer Stunde heraushätte u. – erst langsam dann immer schneller – das Manuscript abklopfen würde.
Geht’s mit der Maschine nicht, so müssten wir uns von Schick oder vielleicht lieber von |der Universität einen Abschreiber holen. Die Wahl des Abschreibers ist wichtig, weil er ja später was verrathen könnte. Darum möchte ich auch nicht, dass das Mscpt einem Theater-Abschreibe-Bureau übergeben werde. Der Schreiber muss bei Ihnen sitzen – ich mache Ihnen viel Mühe! – denn ich wollte nicht, dass das Mscpt aus Ihren Händen komme. Natürlich muss er eine wunderschöne, sehr klare sehr leserliche Schrift haben. Bezahlen Sie ihn reichlich, lieber Freund und theilen Sie mir gütigst sofort alle Ihre Auslagen mit, denn Kosten darf Sie die Sache mindestens nichts.
Damit die Abschrift recht schnell fertig werde, will ich das Mscpt in mehreren Bruchstücken an Sie absenden. Der Schreiber soll sofort nach Eintreffen des ersten anfangen. Wenn alles fertig, bitte ich sie die Reinschrift von einem Buchbinder brochiren zu lassen, dem aber nur ein paar Stunden Zeit gelassen werden dürfen, damit er das Buch nicht lese. Natürlich ein Buchbinder, der Sie nicht kennt.
Das sind vorläufig alle meine Wünsche. Mache ich Ihnen zu viel Mühe?
Ich bitte Sie auch um den vollen Namen Schicks, den ich für den Begleitbrief brauche. |Bleibt die Adresse Reisnerstrasse?
– Ich bin neugierig, was Sie zur Revision meines Stückes sagen. Ich will Sie bitten, diese Revision erst in der Reinschrift des Abschreibers zu lesen, damit Sie seine Fehler entdecken u. corrigiren können. Lesen Sie sie vorher, so sind Sie dabei nicht mehr aufmerksam.
Also für heute Schluss.
Mit herzlichen Grüssen Ihr Freund
Herzl
Antwort, auch diesmal, wie immer wenn nichts Besonderes vorliegt, an meine Adresse rue Monceau
    Bildrechte © University Library, Cambridge