Einstellungen

Ansicht
Faksimile
Bilder neben dem Text
Textkritik
Textkritische Zeichen
Langes-s (ſ)
Gemination m (m̅)
Gemination n (n̅)
Streichung
Hinzufügung
Markierung von Entitäten
Alle Markierungen
Personen
Werke
Orte
Institutionen
Ereignisse

Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 6. 7. 1901
Schwarzkopf, Gustav
Wien
Empfang: [7. 7. 1901 – 11. 7. 1901?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 96a
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 2.954 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift

Textqualität

Diese Abschrift wurde noch nicht ausreichend mit dem Original abgeglichen. Sie sollte derzeit nicht – oder nur durch eigenen Abgleich mit dem Faksimile, falls vorliegend – als Zitatvorlage dienen.

Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Gustav Schwarzkopf an Arthur Schnitzler, 6. 7. 1901. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L04308.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L04308«.

Wikipedia-Vorlage
{{Internetquelle |url=https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L04308.html |titel=Gustav Schwarzkopf an Arthur Schnitzler, 6. 7. 1901 |werk=Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren |hrsg=Martin Anton Müller mit Gerd-Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke |sprache=de |datum=1901-07-06 |abruf=2026-06-18 }}
Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Samstag, 6. 7. 1901

Aufenthaltsorte
Wiener Schnitzler
Weiteres

Gustav Schwarzkopf an Arthur Schnitzler, 6. 7. 1901

|6. VII. 01
Lieber Arthur, mein Bruder Max, der wieder 8 Tage unwol war, ist gestern auf 4 Wochen abgereist; daraus ergibt sich – Sie kennen ja schon die Einteilung unseres Hauses – daß ich jetzt nicht gut fort kann, überdies soll jetzt entschieden werden ob unser Haus stehen bleiben und unsere Wohnung hergerichtet werden soll oder nicht, was wieder – in meiner Eigenschaft als Hausfrau – meine Anwesenheit erfordert. Sie sehen also – so liebenswürdige Formen Ihr »Egoismus« auch annimmt, um mich aufzufordern, und so gern ich selbst wieder einmal ein paar Tage mit Ihnen verbringen möchte, es geht nicht, wenigstens nicht im Juli, vielleicht im August, wenn Sie doch vielleicht in die Nähe des Wörther See’s kommen und ich – den |»dringenden Einladungen« folgend, vielleicht doch einige Tage dort verbringe. – Über die Gustel-Angelegenheit hab ich nichts gelesen – ich war damals grad in der Brühl – als den Leitartikel der »Presse« und die »Fackel«. Der Leitartikel war echte N. f. Presse dumm, feig und gemein, – der »brave« Schüler, der nur sich vor Strafe schützen und sich beim Herrn Lehrer einschmeicheln will – und doch, glauben Sie mir, haben Sie in den Augen vieler Leute sehr an Bedeutung gewonnen, weil Sie Gegenstand eines Leitartikels waren und das Quantum Neid, das Ihnen in diesen Tagen zugedacht war, ist vielleicht Ursache des Drucks, den Sie in falscher Diagnose – wozu wären Sie denn Arzt? – Gebirgsasthma nennen und der jetzt hoffentlich schon verschwunden |ist. Der Druck nämlich, nicht der Neid. Der Respekt vor dem Blatt und besonders vor dem Gewäsch an der Stelle, die sich sonst nur mit Gregorig, Wolf oder den Reden Wilhelm’s beschäftigt, wurzelt doch noch sehr tief – trotz Kraus. Die N. f. Presse hat also gewiß Ihren Dank erwartet und eigentlich blieb Ihnen zu nichts andres übrig nach den Gesetzen der Höflichkeit. Daß Sie sich darüber ärgern, es getan zu haben, begreife ich sehr gut. Es isso wie hie und da bei Soupers. Man hat schlecht gegessen und sich sehr gelangweilt aber beim Fortgehen dankt man doch der Hausfrau für den genußreichen Abend und schämt sich dabei, während man es ausspricht. Wenigstens ich habe mir früher diese Regiespesen – das Schämen – gemacht. Jetzt denke ich nicht mehr. |Die zwei Nummern »Kikeriki« werde ich heute besorgen. Sehen Sie, wie es sich verlohnt, gemeint zu sein: Wären Sie im »Kikeriki«, gepriesen worden, Sie würden vielleicht nicht einmal eine Nummer kaufen lassen. – Richard und Frau habe ich hier in Wien gesprochen; die Frau seines Vaters Beer, die schon lange leidend war, ist plötzlich gestorben; den Vater hat er jetzt mit sich nach Pörtschach genommen.–
– – Von mir kann ich Ihnen nichts berichten, weder äußere noch innere, Erlebnisse. Im »deutschen Theater« war ich nicht, dafür habe ich auch »Schall und Rauch« nicht mit meinem Besuch beehrt. Geschäfte sollen nicht gut gewesen sein. – Bitte, sagen Sie den beiden jungen Damen mein besten Dank für ihre freundlichen Worte und bestellen Sie meine ergebensten Grüße.
Herzlichst
Ihr
Gustav
    Bildrechte © University Library, Cambridge