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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 9. 12. [1900]
Goldmann, Paul
Berlin
Empfang: [10. 12. 1900 – 14. 12. 1900?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.NZ85.1.3170
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 2.410 Zeichen
Handschrift blaue Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Beilage handschriftlicher Brief, 2 Blätter, 3 Seiten, schwarze Tinte, deutsche Kurrent
Schnitzler 1) mit Bleistift das Jahr »900« vermerkt
2) mit rotem Buntstift drei Unterstreichungen und zwei »X«

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 9. 12. [1900]. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02944.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02944«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Sonntag, 9. 12. 1900

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Weiteres

Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 9. 12. [1900]

Berlin, 9. December.

Mein lieber Freund,

Endlich gestern konnte ich Frl. Glümer sprechen. Das scheint ja eine hübsche Schweinerei gewesen zu sein, diese Breslauer Aufführung. Ja, Breslau! Man muß in dieser Stadt geboren sein, um sie ganz würdigen zu können.
Heut sprach ich den Direktor |Martin und habe ihm riesig zugeredet, die Triesch, die er haben kann, zu engagiren. Dann wird er die »Beatrice« spielen, und es wird gut werden.
Dem Volkstheater solltest Du das Stück ruhig geben. So schlimm wie in Breslau kann es keinesfalls werden.
Die N. Fr. Pr. hat wieder einmal, wie Du |beifolgendem Briefe des Dr. Freund ersehen wirst, in ihrem Glanze gezeigt.
Ist die  Orestie im Burgtheater wirklich so großartig, wie Wittmann behauptet? Ich habe Mißtrauen. Wittmann ist auch kein Kritiker, sondern ein Mann, dem es nur darum zu thun ist, hübsch über eine Sache zu schreiben, |wobei die Sache selbst ihm sehr gleichgiltig ist.
Viele treue Grüße!
Dein
Paul Goldmann.
 
Breslau V, [handschriftlich Erich Freund:] 5. 12. 1900

Liebes Paulchen!

Ganz wie ich fürchtete, ist meiner Telegraphirerei für die N. fr. Pr. für mich nichts als Arbeit und Ärger herausgekommen. Die Première dauerte bis 11, ich raste per Wagen nach dem Amt, hielt in Eile die von Dir bestellten ca 180 Mark hin, mußte drängeln, daß ich mit dem einzigen dienstführenden Beamten, der lange Depeschen nicht gewohnt ist, zu Rande kam, war erst nach 12 Uhr für die Morgen Ztg frei, so daß diese am meisten |zu kurz, ich aber erst um 1 Uhr zum Nachtmahlen kam, und das Resultat der ganzen Schererei war, daß ich am nächsten Tage nur ein Drittel meines Telegramms, vor allem kein Wort über die erbärmliche, saumäßige, empörende Aufführung in der N. fr. Pr. finde. Wahrscheinlich ist die Freundschaft für Herrn Dr Löwe dort sstark, daß sie alle anderen Rücksichten tödtet, selbst die auf Schnitzler, der am schwersten durch diese lächerliche Vorstellung geschädigt wurde und mich darum bat, darauf besonders hinzuweisen. Ich habe soeben an die |dortige Redaktion geschrieben und um Erklärung ersucht. Auf ein Honorar verzichte ich gern. Bemerken will ich doch, daß ich nach Deiner Anweisung rechtzeitig um Beihalten des Platzes in der Sonntags-Nummer ersucht hatte. Sollten Dich die hiesigen Kritiken über Stück od Aufführung interessiren, ssende ich sie Dir. Am Dienstag brachte der B. Börsen Cour. eine längere Besprechung von mir.
Es grüßt Dich herzlichst
Dein getreuer
Freund
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar