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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 14. 5. 1912
Freud, Sigmund
Wien
Empfang: [14. 5. 1912 – 17. 5. 1912?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur –, –, Privatbesitz, –
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 2 Seiten, 1.503 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler mit rotem Buntstift eine Streichung seitlich der Datumsangabe
Zusatz Der derzeitige Aufbewahrungsort des Briefes ist nicht bekannt. Zum Zeitpunkt der ersten Edition (1955) befand er sich im Besitz von Heinrich Schnitzler. 1967 wurde die erste Seite reproduziert, als Leihgeber wurde dabei das Auktionshaus Stargardt genannt. Der Brief wurde sowohl 2004 (Katalog 680, Lot 395) wie 2017 (Katalog 704, Lot 301) von Stargardt versteigert. Die Wiedergabe der ersten Seite folgt dem Katalogfaksimile von Stargardt 2017.
Textzeuge 2
Signatur USA, Washington, DC, Library of Congress, Freud Archives, C41F8
Typ Brief
Beschreibung Fotokopie, 2 Blätter, 2 Seiten, 1.503 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Veröffentlichung 1
Sigmund Freud: Briefe an Arthur Schnitzler. Herausgegeben von Henry Schnitzler In: Neue deutsche Rundschau, Jg. 66 (Januar 1955) Nr. 1, S. 95–96.
Veröffentlichung 2
[Faksimile des ersten Blattes]. In: Die Brücke. Eine Hauszeitschrift der Pharmazeutisch-Medizinischen Abteilung der Farbwerke Hoechst, Nr. 27, Februar 1967, S. [IV. Umschlagseite].
Veröffentlichung 3
Sigmund Freud: Sigmund Freud Edition. Digitale historisch-kritische Gesamtausgabe. Herausgegeben von Christine Diercks, Arkadi Blatow, Elisabeth Skale. (2014–2025) ONLINE.

Textqualität

Diese Abschrift wurde noch nicht ausreichend mit dem Original abgeglichen. Sie sollte derzeit nicht – oder nur durch eigenen Abgleich mit dem Faksimile, falls vorliegend – als Zitatvorlage dienen.

Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Sigmund Freud an Arthur Schnitzler, 14. 5. 1912. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L03886.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L03886«.

Wikipedia-Vorlage
{{Internetquelle |url=https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L03886.html |titel=Sigmund Freud an Arthur Schnitzler, 14. 5. 1912 |werk=Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren |hrsg=Martin Anton Müller mit Gerd-Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke |sprache=de |datum=1912-05-14 |abruf=2026-06-18 }}
Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Dienstag, 14. 5. 1912

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Briefe mit Autorinnen und Autoren
Briefe mit Autorinnen und Autoren
Wiener Schnitzler
Gedruckte Briefwechsel

Sigmund Freud an Arthur Schnitzler, 14.5.1912

Quelle: Freud, Sigmund: Briefe an Arthur Schnitzler. Hg. v. Heinrich Schnitzler. In: Neue deutsche Rundschau, Jg. 66/1(1955), S. 95–106. https://shared.acdh.oeaw.ac.at/schnitzler-briefe/1955_Freud-an-Schnitzler.pdf

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Weiteres

Sigmund Freud an Arthur Schnitzler, 14. 5. 1912

|14. 5. 12
Prof. Dr. Freud Wien, IX. Berggasse 19.

Verehrter Herr College

Gestatten Sie mir, die obige Anrede durch die Berufung auf Ihr rite erworbenes Doktordiplom der Medizin zu rechtfertigen und dann mich unter die vielen Glückwünschenden zu mengen, die Ihren 50sten Geburtstag feiern wollen.
Es ist mehr als ein Akt der Revanche von meiner Seite. Ich glaube mich zu erinnern, daß ich in der Antwort auf Ihre liebenswürdige Zuschrift bei analogem Anlaße vor 6 Jahren ausgeführt habe, wie sehr ich immer Ihrer Teilnahme und Ihres Verständnißes bei meinen Arbeiten sicher gewesen bin, obwol ich niemals in die Lage gekommen bin, ein Wort mit Ihnen zu wechseln. Ebenso, habe ich mich immer zu denen gerechnet, die Ihre schönen und ernsten poetischen Schöpfungen in ganz besonderem Maße verstehen und genießen können. Ja, ich habe mir eingebildet, daß ein Reflex der thörichten und frevelhaften Gering|schätzung, welche die Menschen heute für die Erotik bereit halten, auch auf Ihr Wirken gefallen sei, und daß Sie mir darum besonders wert sein dürften.
Lachen Sie nicht darüber, daß ich so in die Lage komme, die feiernde Mitwelt an diesem Tage bei Ihnen zu verschwärzen – oder besser, lachen Sie nur darüber und denken Sie daß keiner von uns von seinen »Komplexen« frei kommt, wie meine Freunde sagen.
Zum Schluße aber – ich weiß nicht, ob Sie dieses Trostes bedürfen – lassen Sie sich sagen, daß der Dichter später altert als gewöhnliche Menschenkinder, und daß nach dem Dichter noch der Denker herauskommt.
Mit herzlichen Glückwünschen
Ihr ergebener
Freud
    Bildrechte © Privatbesitz, –